Europaweit unterschiedliche Mitführpflichten

Europaweit unterschiedliche Mitführpflichten

Wer mit dem beginnenden Sommerreiseverkehr eine Fahrt ins Ausland plant, sollte sich vorher über die dort geltenden Mitführpflichten für PKW informieren. Diese sind nämlich europaweit sehr unterschiedlich gestaltet.

Vergangenes Jahr sorgte in Frankreich beispielsweise die Regelung, dass jeder Auto- und Motorradfahrer ein Alkotestgerät mitführen und bei einer Verkehrskontrolle vorweisen muss, für Aufregung. Sie ist mittlerweile jedoch wieder vom Tisch, informierte der ÖAMTC. Im folgenden ein Überblick über die Mitführpflichten in Europa:

Warnweste

In Österreich muss seit 2005 eine Warnweste pro Auto mitgeführt werden. Anders in Tschechien, Bulgarien, Frankreich, Italien, Kroatien, Luxemburg, Rumänien, Slowakei, Slowenien und Ungarn: Hier müssen für alle Fahrzeuginsassen Warnwesten vorhanden sein. Wird man in diesen Ländern ohne ausreichend Warnwesten an Bord erwischt, drohen hohe Strafen. In Frankreich beispielsweise muss man mit mindestens 90 Euro rechnen. In der Slowakei können bei Nichtanlegen der Warnweste nach einem Unfall bis zu 150 Euro fällig werden.

Ersatzlampenset

"Das Mitführen eines Ersatzlampensets beugt Strafen wegen fehlender Beleuchtung vor", so ÖAMTC-Touristikerin Silvie Bergant. Verpflichtend ist es in Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Montenegro und Russland (ausgenommen Xenon- oder LED-Leuchten). Aber auch in Ländern mit Licht am Tag-Pflicht oder Licht am Tag-Empfehlung ist die Mitnahme eines Ersatzlampensets ratsam. Dazu zählen Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich (empfohlen), Island, Italien, Kroatien (verpflichtend vom letzten Sonntag im Oktober bis zum letzten Sonntag im März), Lettland, Litauen, Luxemburg (empfohlen), Mazedonien, Moldawien (verpflichtend von November bis März), Montenegro, Norwegen, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz (empfohlen), Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn.

Ersatzreifen

In Bosnien-Herzegowina und Spanien muss dieser verpflichtend mitgeführt werden. Ist der Ersatzreifen nicht serienmäßig vorhanden, muss man ein Reparaturset oder Reparaturspray dabei haben.

Feuerlöscher

Verpflichtend mit an Bord sein muss dieser im Baltikum, in Bulgarien, Griechenland, Moldawien, Rumänien, Russland, in der Türkei, in der Ukraine und in Weißrussland. In Dänemark, Island, Mazedonien, Norwegen und Schweden wird die Mitnahme eines Feuerlöschers empfohlen. "In Belgien und Polen müssen nur im jeweiligen Land gemeldete Pkw einen Feuerlöscher mitführen. Beim Ausleihen eines Mietwagens sollte man also überprüfen, ob dieser auch tatsächlich an Bord ist", riet die ÖAMTC-Touristikerin. Dieser Tipp gilt generell für alle Mitführpflichten. Denn die gesetzlichen Bestimmungen im Urlaubsland gelten immer auch für Mietautos.

Warndreieck

In Estland, in der Türkei und in Zypern besteht die Verpflichtung, zwei Warndreiecke mitzuführen. In Spanien wird dies empfohlen. In Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien und Slowenien sind Gespannfahrer zur Mitnahme von zwei Warndreiecken verpflichtet.

Abschleppseil

Dieses muss in Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Serbien verpflichtend mitgeführt werden.

Europäischer Unfallbericht

In Serbien und Kroatien muss der Europäische Unfallbericht verpflichtend mit an Bord sein. In der Slowakei gilt die Vorschrift nur für einheimische Fahrzeuge. "Generell empfiehlt sich die Mitnahme des Europäischen Unfallberichts immer, wenn man im Ausland mit einem Kfz unterwegs ist", so Bergant. Das Formular ist an allen ÖAMTC-Stützpunkten erhältlich.

Einen Überblick über die unterschiedlichen Mitführpflichten gibt es auf www.oeamtc.at/laenderinfo

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