EU-Wahlkampf nimmt Fahrt auf: Vier Präsentationen und ein Umzug

EU-Wahlkampf nimmt Fahrt auf: Vier Präsentationen und ein Umzug

Just nach Ende des Osterfestes starten die Parteien in den Wahlkampf zur EU-Wahl. Während ÖVP und SPÖ mit prominenten Personenkomitees um Platz 1 rittern, präsentieren die Grünen Ferkel-Sujets und das BZÖ eine plakative Doppelspitze. Und dann gibt's ja noch den Politdemonstranten Martin Ehrenhauser. Er und sein Schlafsack müssen zwangsgedrungen übersiedeln.

Die Spitzenkandidaten der ÖVP und der SPÖ, Othmar Karas und Eugen Freund, versuchen mit Personenkomitees Aufmerksamkeit zu erwecken. Die ÖVP spart nicht mit rhetorischen Schüssen auf die Konkurrenz. Die Grünen setzen auf ihren Wahlkampfplakaten auf Ferkel, Gurken und Rettungsringe, nicht aber auf ihre Spitzenkandidatin. Und Martin Ehrenhauser muss seine Zelte nun wo anders aufschlagen. Wortwörtlich.

Karas setzt auf Promis

ÖVP-Spitzenkandidat Othmar Karas kämpft mit einem Personenkomitee um Stimmen. Prominente Unterstützer, wie Schauspieler Peter Simonischek, Nationalbank-Präsident Claus Raidl und Journalist Rudolf Nagiller sollen Karas in der Bevölkerung popularisieren.

Raidl teilte gleich noch Seitenhiebe gegen die SPÖ aus: Quereinsteiger Eugen Freund bezeichnet er als in die Europapolitik eingeflogenen "Helikopter-Kandidaten. Auch die anderen Parteien bekommen ihr Fett weg: NEOS-Spitzenkandidatin Angelika Mlinar sei eine klassische "Abschiebe-Kandidatin" und Ulrike Lunacek von den Grünen "vertritt halt leider nur Minderheiten-Themen".

Dass Karas für die ÖVP antritt, merkt man bei der Wahlkampfpräsentation kaum. Die Website des Personenkomitees kommt ohne Parteilogos aus, der Wahlkampf werde durch den Verein "Wir für Karas" über Spenden finanziert. Wobei Karas betonte, dass diese gemäß den geltenden Transparenzregeln gemeldet werden sollen.

Eugen Freund versucht zu kontern

SPÖ-Quereinsteiger Eugen Freund wird von der "Initiative für Eugen Freund" unterstützt. Aushängeschilder dieses Vereins sind der frühere Bundeskanzler Franz Vranitzky und die Schauspieler Andrea Händler, Harald Krassnitzer und Gerald Pichawetz.

Die Promis erklären auf der Plattform www.meineuropa.at ihre Intention, Eugen Freund zu unterstützen. Vranitzky etwa erklärt: "Ich unterstütze Eugen Freund, weil er beste Kenntnisse unseres Landes und große Erfahrung in anderen Teilen der Welt in einer Person vereint." Der Leiter der Initiative, Alexander Rinnerhofer, betonte: "Ihnen allen ist es ein großes Anliegen, dass die Sozialdemokratie in Europa bestens vertreten ist. Und sie alle sind überzeugt, dass Eugen Freund diese Kompetenz hat, weil er die Welt, weil er Europa und die Menschen kennt."

Grüne mit Ferkeln und Gurken

Die Grünen präsentierten heute die Wahlkampfplakate zur EU-Wahl. Ferkeln, Gurken und ein Rettungsring stehen im Mittelpunkt. Die Botschaften dahinter: Für Solidarität und Menschlichkeit, gegen die "Macht der Agrarkonzerne" und gegen Korruption, wie Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek und Parteichefin Eva Glawischnig erklärten.

Die Spitzenkandidatin ist auf den Plakaten nicht vertreten. Die Grünen setzen auf Sujets: "Lieber Menschen retten als Banken. Für Solidarität und Menschlichkeit.", heißt es auf einem Plakat, das einen Rettungsring im Meer zeigt und die Qualen von Flüchtlingen vor der sizilianischen Insel Lampedusa darstellen soll.

Am zweiten Sujet bittet ein Ferkel: "Für ein Leben vor dem Schnitzel. Gegen die Macht der Agrarkonzerne. Für unsere Biolandwirtschaft." Vor allem das geplante Freinhandelsabkommen mit den USA wird kritisiert und artgerechte Tierhaltung gefordert. Am letzten Sujet findet sich eines der liebsten Aufreger-Thema der Österreicher in Sachen EU: die Gurke. Die Grünen verbinden das wiederum mit einem ihrer Lieblingsthemen, der Korruption: "Für krumme Gurken - gegen krumme Geschäfte. Wirtschaft geht auch ohne Gier."

Ehrenhauser zieht um, BZÖ kämpft

Bereits seit über einer Woche campiert "Europa anders"-Spitzenkandidat am Ballhausplatz. Nun will der er durch alle Bundesländer ziehen und auch dort auf der Straße nächtigen. Seit Sonntag vor einer Woche protestierte der EU-Abgeordnete vor dem Bundeskanzleramt gegen die Bankenrettung. Er habe eine "ereignisreiche, sehr schöne Woche" hinter sich, sagte er, "so viel Solidarität und Zuspruch zu erfahren, ist ein großes Privileg".

Das BZÖ startete ebenfalls seine Plakatkampagne für die EU-Wahl. Neo-Spitzenkandidatin Angelika Werthmann ist mit BZÖ-Chef Gerald Grozs und dem Slogan "Ans Werk! Mit voller Kraft für Österreich" abgeblidet. Mit der Kampagne wolle man auch die Stimmung der Österreicher aufgreifen und nicht "leere Worthülsen oder kindliche Reime" vermitteln, sondern "klare Botschaften", wohin die Reise gehen soll, sagte Grosz.

Die wichtigsten Themen seien die Eurokrise, die Wut auf Banken und Spekulanten, die teure Bürokratie in Brüssel und das "massive Demokratiedefizit", erklärte Werthmann. Beide betonten, auch die "50 Prozent derzeitigen Nicht-Wähler" ansprechen zu wollen.

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