EU-Wahl: Angelika Mlinar ist NEOS-Spitzenkandidatin

EU-Wahl: Angelika Mlinar ist NEOS-Spitzenkandidatin

Angelika Mlinar geht für die NEOS zur im Mai stattfindenden EU-Wahl als Spitzenkandidatin an den Start. Die ehemalige LiF-Chefin und studierte Juristin engagiert sich für Volksgruppenpolitik und betreibt eine Keksfabrik.

Wien. Mit Angelika Mlinar schicken die NEOS eine gelernte Europapolitikerin ins Rennen um die Vertretung im EU-Parlament. Die 43-jährige Juristin führte bis zur Auflösung im Jänner 2014 das Liberale Forum an, derzeit ist sie stellvertretende Vorsitzende der Neo-Partei rund um Matthias Strolz. Unternehmerische Sporen hat sich die einstige LIF-Chefin und Kärntner Slowenin als Keksfabrikantin verdient.

Für Mlinar war es keine leichte politische Entscheidung, als sie im Jänner 2014 der Auflösung des Liberalen Forums zugunsten der Fusion mit den NEOS zustimmte. Erst 2009 hatte sie den Vorsitz des LIF übernommen, ein Jahr nachdem dieses den Einzug in den Nationalrat nicht geschafft hatte. Verankert war Mlinar schon seit langem in der Partei, die einst mit Jörg Haiders rechtspopulistischer Politik unzufriedene Freiheitliche gegründet hatten: Als Assistentin von Friedhelm Frischenschlager sammelte sie bereits Erfahrung in der EU-Politik.

Mlinar kam am 29. Juni 1970 im Kärntner Altendorf (Stara Vas) auf die Welt. Im zweisprachigen Gebiet wurde sie notgedrungen früh politisiert: Der Konflikt zwischen Gegnern zweisprachiger Ortstafeln und Kärntner Slowenen, die auf ihre Rechte pochten, durchzog die gesamte Gesellschaft, wie Mlinar im Gespräch mit der APA betonte. Kein Wunder also, dass sie sich auch bereits früh für die Rechte der Volksgruppe einsetzte. Als herzlich, aber streitbar gilt die einstige Jus-Studentin, die sich etwa auch bedingungslos für die Gleichberechtigung von Frauen einsetzt. Nach dem Abschluss ihres Studiums an der Universität Salzburg 1993 legte Mlinar ein Masterstudium an der American University in Washington drauf, ehe sie 1996 graduierte. Danach holte sie Frischenschlager ins Europaparlament mit dem Fokus auf Menschenrechte und Justiz, sowie die europäische Zusammenarbeit beim Strafrecht - ein Ort, den sie als frisch gebackene NEOS-Spitzenkandidatin nun wieder als Arbeitsplatz anstrebt.

Backen sollte auch Mlinars Schwerpunkt als Unternehmerin werden: Nach mehreren Jahren für die EU-Kommission in Slowenien gründete sie dort die Firma "Angelski keksi". 2009 stieg sie erst aktiv beim Liberalen Forum ein, um dort "frischen Wind" einziehen zu lassen. Eine ihrer Missionen in der Politik war es, "archaische, patriarchale Strukturen aufzubrechen". Als Unternehmerin versucht sie den Spagat zwischen einer bedingungslos wettbewerbsorientierten Politik und sozialer Gerechtigkeit.

Aktiv war sie auch als Funktionärin des Rats der Kärntner Slowenen. Von 2009 und 2010 war sie dessen Generalsekretärin und zählt zum Kreis rund um den Rechtsanwalt Rudi Vouk, der einst mit einer Schnellfahr-Aktion mehrere VfGH-Entscheidungen zu den zweisprachigen Ortstafeln bewirkt hatte. 2013 bestritt Mlinar eine Kampfkandidatur gegen den dann doch wiedergewählten Rats-Obmann Valentin Inzko.

Als leicht empfand Mlinar die Auflösung des LIF zugunsten der Fusion mit den in der vergangenen Nationalratswahl erfolgreichen NEOS nie. Ihren Platz im Hohen Haus könnte sie bei der EU-Wahl im Mai dieses Jahres mit einem Sitz im Europaparlament tauschen. Zuvor hatte sie wie alle anderen 50 Bewerber die Ochsentour der NEOS-Vorwahlen durchgemacht, die sie am Samstag für sich entschied.

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