Erbe der Kommunalkredit sorgt bei Dexia für böses Erwachen

Erbe der Kommunalkredit sorgt bei Dexia für böses Erwachen

Ihre "Osteuropatochter" Dexia Kommunalkredit Bank AG Wien (Dexia Kom) muss ebenfalls kräftig zurückgefahren werden. 2012 bilanzierte sie weiter tiefrot, das Eigenkapital ist negativ.

Die selber schwer angeschlagene Dexia Gruppe war im Gefolge des Beinahe-Zusammenbruchs der 2008 notverstaatlichten österreichischen Kommunalkredit an die einstigen Osttöchter der Kommunalkredit gekommen. Vorher waren Dexia und Kommunalkredit jeweils hälftig an der Osteuropabank Dexia Kom beteiligt gewesen, die Kommunalkredit musste bei der Notverstaatlichung ihren Anteil an der Ostparte um einen Euro an Dexia abgeben.

Rechtliches Nachspiel

Die in Osteuropa aktive Spezialbank muss schrumpfen. Auch bisherige Redimensionierungen sind noch nicht ganz erledigt. In der am Freitag im Amtsblatt publizierten Bilanz geht hervor, dass als Teil der Bedingungen des Verkaufs der Tochter "Dexia Banka Slovensko" (DBS) von 2011 rund 21 Mio. Euro auf einem Treuhandkonto liegen, bis eine Einigung oder ein Gerichtsbeschluss zu einer Klage mit einem einstigen "professionellen Kunden" der DBS vorliegt. Durch einen Letter of Comfort hafte die Dexia SA für die Zahlung des Differenzbetrags zu den 21 Millionen, falls nicht der gesamte Betrag des Treuhandkontos an die Dexia Kom ausgezahlt würde. Diese Zahlung würde einen Kapitalzuschuss bedeuten, heißt es in den Bilanzerläuterungen zur Dexia Kommunalkredit Bank AG.

Um die Bilanzsumme der Dexia Kom weiter zu reduzieren, wurde am 7. November 2012 ein vorläufiger Verkaufsvertrag für die polnische Tochter "Dexia Kommunalkredit Polska" unterzeichnet. Erledigt sein sollte der Deal mit der Getin Noble Bank bis Ende Mai 2013. Dieser Verkauf geht nicht ohne weitere Wertberichtigungen vonstatten, da nur zu 70 Prozent des Buchwerts.

Das Grundkapital der Dexia Kommunalkredit Bank AG beträgt 220 Mio. Euro. Die Dexia Credit Local hat sich bei der Totalübernahme der Dexia Kom Anfang 2009 verpflichtet, die Dexia Kom mit ausreichend Kapital auszustatten und potenzielle Verluste abzudecken.

Trotz einer Entspannung der Staatsschuldenkrise im Jahr 2012 seien die "Available-for-sale-Reserven" weiterhin negativ, was zu einem weiterhin negativen Eigenkapital von 49,99 (Vorjahr: minus 341 Mio. Euro) geführt habe. Davon seien aber die regulatorischen Eigenmittel nicht beeinflusst, sodass die Bank sowohl bei Eigenmitteln als auch Kernkapital die gesetzlichen Anforderungen weit überschreite, heißt es in den Erläuterungen zur Dexia Kom-Bilanz weiter.

Die Dexia Kom ist zu 100 Prozent im Eigentum der Dexia Credit Local mit Sitz in Paris und ist daher Mitglied des Konzernabschlusses der Dexia Credit Local. Endholding ist die Dexia SA mit Sitz in Brüssel.

Bei einer Bilanzsumme von 4,5 Mrd. Euro (Vorjahr: 5,3 Mrd. Euro) lag nach einem riesigen Verlustvortrag Ende 2012 der Bilanzverlust der Dexia Kommunalkredit in der AG bei 296,9 Mio. Euro (Vorjahr: 254,2 Mio. Euro). Unterm Strich übertrifft das Defizit damit sogar die gesamten Zinserträge. Der EGT-Verlust wurde mit 42,8 (75,1) Mio. Euro ausgewiesen. Im Konzernabschluss wird eine Verlusthalbierung auf 67,8 Mio. Euro berichtet.

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