"Ein Zerbrechen der Eurozone würde für alle, wirklich alle, negative Effekte bringen"

"Ein Zerbrechen der Eurozone würde für alle, wirklich alle, negative Effekte bringen"

Im Interview mit der Tageszeitung Der Standard erklärt die österreichische Finanzministerin, warum Griechenland mehr Zeit erhält und wieviel die spanischen Banken tatsächlich brauchen.

60 Milliarden € benötigen die spanischen Banken zur Rekapitalisierung, laut der österreichischen Finanzministerin Maria Fekter: "Es wird den Stresstest geben, aus dem hervorgeht, wie viel Geld welche spanische Bank braucht. Daraus ist das Gesamtvolumen ermittelbar", sagte Fekter der österreichischen Zeitung "Der Standard" (Montagausgabe) laut Vorabbericht. Der Bedarf werde etwa um die 60 Milliarden Euro liegen. "Dann muss Spanien einige technische Dinge aufstellen, es muss einen Fonds geben, der den Mittelzuschuss abwickelt. Gleichzeitig muss die Regierung die Vorgaben der EU-Kommission zum übermäßigen Defizit erfüllen, eine Megaherausforderung. Aber der Spanienzug fährt, das Bankenrekapitalisierungspaket ist auf Schiene", ergänzte sie. Hilfe zur Stützung der taumelnden Banken haben die Euro-Staaten Spanien bereits bewilligt. Offen war, ob es bei den angedeuteten 50 bis 60 Milliarden Euro bleibt, oder die zugesagten 100 Milliarden Euro ausgeschöpft werden.

Negative Effekte für alle, wirklich alle"

Mit Blick auf Griechenland sagte sie, dass Athen mehr Zeit bekomme, um die 2012 versäumten Reformen aufzuholen. Das krisengeschüttelte Land erhalte aber nicht mehr Geld. "Man wird noch ein paar Wochen Zeit geben. Es geht nur um einen kurzfristigen Aufschub", fügte Fekter hinzu. Ein eventueller Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone sei jedenfalls vom Tisch heißt es in dem Interview. Fekter auf die Frage ob es im Kreis der Finanzminister nicht doch einen gegeben hätte, der dies in Zweifel gezogen hat: "Nicht einen einzigen. Es gab Zeiten, wo man sich mit Szenarien eines solchen Exits von Griechenland befasst hat. Nur ist man draufgekommen, dass ein Zerbrechen der Eurozone für alle, für wirklich alle, negative Effekte bringen würde. Und dass das alles unvergleichlich teurer wäre als der Weg, den wir gehen. Daher befasse ich mich nicht mehr mit solchen Szenarien. Ich weiß jetzt, dass ich das nicht will. Und genauso denken alle meine Kollegen."

Die Gläubiger-Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und EU-Kommission überprüft in Athen die Spar- und Reformschritte. Nach den Worten des griechischen Finanzministers werden die Prüfer ihren Bericht in der zweiten Oktober-Hälfte vorlegen. Ohne Zahlungen der internationalen Geldgeber droht Griechenland die Staatspleite.

Der Standard: Das komplette Interview mit Maria Fekter

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