Die Hypo Alpe Adria präsentiert ihr Horror-Zahlenwerk

Die Hypo Alpe Adria präsentiert ihr Horror-Zahlenwerk

Die heimische Hypo Alpe Adria ist im ersten Halbjahr tief in die Verlustzone gerutscht und kann sich nur mit staatlicher Hilfe über Wasser halten. Wegen hoher Abschreibungen und Wertverlusten in Osteuropa stand unter dem Strich ein Minus von 859,8 Millionen Euro nach einem Plus von 3,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie die frühere BayernLB -Tochter am Mittwoch mitteilte.

Um die so entstandene Kernkapitallücke von knapp 620 Millionen Euro zu stopfen und die Anforderungen der Aufseher zu erfüllen, hat der Staat Ende Juli bereits eine weitere Geldspritze auf den Weg gebracht. Die zugesagten 700 Millionen Euro sollen fließen, sobald die EU dafür grünes Licht gegeben hat.

Die Vorlage der Halbjahresbilanz markiert auch den letzten Arbeitstag von Hypo-Chef Gottwald Kranebitter. Der seit 2010 amtierende Manager hatte Anfang Juli seinen Rücktritt angekündigt. Wer ihm nachfolgt, ist noch offen. Doch die Suche nach einem neuen Chef und der latente Kapitalmangel sind nicht die einzigen Probleme der Bank: Sie befindet sich in diversen Rechtsstreitigkeiten mit ihrer früheren Mutter BayernLB. Dabei geht es unter anderem um die Rückzahlung eines Kredits, den die Hypo von den Bayern erhalten hatte.

Die Millionen-Verluste sind ein weiterer Tiefschlag bei der langwierigen und zähen Sanierung der Krisenbank. Österreich hatte das Institut 2009 von der BayernLB übernommen, die kein Geld mehr in das marode Geldhaus pumpen wollte. Seither versucht der Staat, das Ramschpapier-Portfolio der Bank abzubauen und die drei operativen Gesellschaften in Österreich, Italien und Südosteuropa zu verkaufen. Das ist eine Auflage der EU-Wettbewerbshüter im Gegenzug für die seit der Krise geflossenen milliardenschweren Staatshilfen.

Fekter – EU-Entscheidung "in Kürze"

Österreichs Finanzministerin Maria Fekter rechnet nun bereits in den kommenden Wochen mit einer finalen Entscheidung der EU in dem seit Jahren laufenden Beihilfeverfahren. "Ich glaube in Kürze - jedenfalls im Herbst", sagte sie in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

Auf die Kernpunkte hatte sich die Bank mit der Kommission bereits geeinigt: Neben dem für das vierte Quartal erwarteten Verkauf der Österreich-Tochter an einen britischen Investor soll die Hypo das Südosteuropa-Geschäft mit 250 Filialen und zuletzt 4300 Beschäftigten bis Mitte 2015 losschlagen.

Im Zuge des EU-Plans muss die Bank nach eigenen Angaben rund 70 Prozent ihrer Bilanzsumme abbauen. Nur 30 Prozent des Geschäfts könnten fortgeführt oder verkauft werden. Das ist auch der Grund für die massiven Abschreibungen, die die Bank im ersten Halbjahr ins Minus drückten. Hinzu kamen höhere Vorsorgen für faule Kredite angesichts der weiterhin schwierigen Wirtschaftslage in Osteuropa und ein Betrugsfall bei der Banktochter in Italien.

Weitere Staatshilfen?

In den kommenden Jahren dürfte die Hypo Alpe Adria weitere Staatshilfen benötigen, um ihren Abbau voranzutreiben. Wie hoch diese ausfallen könnten, sei jedoch nicht absehbar, sagte Fekter. "Das hängt alles davon ab, wie erfolgreich die Bank beim Verkauf ihrer Töchter ist." Experten und Politiker hatten für den schlimmsten Fall mit insgesamt fünf bis sieben Milliarden Euro gerechnet - knapp drei Milliarden Euro davon hat die Hypo bereits erhalten.

Spätestens bis zum Ende des Jahres will Österreich laut Fekter zudem eine Entscheidung über die künftige Struktur der Bank treffen. Eine Abspaltung des nicht verkaufsfähigen Geschäfts in eine Bad Bank lehnt die Finanzministerin weiter ab. "Bad Bank heißt, dass man alle Verlustbringer dem Steuerzahler umhängt. Wir suchen eine Möglichkeit einer Verwertungseinheit, die nicht zwangsläufig nur am Rücken des Steuerzahlers liegt", sagte sie.

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Wirtschaft

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Politik

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Slideshow
Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich

Wirtschaft

Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich