Die Grünen wollen ab Herbst mitregieren

Die Grünen wollen ab Herbst mitregieren

Um dieses Ziel erstmals in der 27-jährigen Geschichte als Parlamentspartei zu erreichen, erhofft sich Grünen-Parteichefin Eva Glawischnig bei den Wahlen Ende September mindestens 15 Prozent der Stimmen. "Uns geht es darum, eine Stärke zu erreichen, dass wir eine neue Regierungsmehrheit bilden können", sagte Glawischnig am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Je nach Wahlergebnis ist für die 44-jährige Parteimanagerin sowohl ein Zweierbündnis mit den Sozialdemokraten (SPÖ) oder der konservativen Volkspartei (ÖVP) möglich. Auch eine Dreierkoalition mit SPÖ und ÖVP sei denkbar, sollten diese ihre hauchdünne Mehrheit verlieren. "Die Vorhersage, welche Mehrheiten es geben wird, ist sehr schwierig. Ich nehme, was kommt", sagte Glawischnig.

Aktuellen Meinungsumfragen zufolge rangieren die Grünen an Platz vier mit 15 Prozent aller Stimmen - nach den Sozialdemokraten (27 Prozent), der konservativen ÖVP (25 Prozent), der rechtspopulistischen FPÖ (18 Prozent) und vor der neu gegründeten Partei des Unternehmers Frank Stronach (acht Prozent). Während die derzeitigen Regierungsparteien SPÖ und ÖVP jedoch Stimmen verlieren dürften, gehören die Grünen den Umfragen zufolge zu den größten Gewinnern der Wahl.

Grund dafür ist eine Serie von Korruptionsskandalen, die sowohl SPÖ, ÖVP als auch die rechtspopulistischen FPÖ erschüttern. Das machen sich die Grünen zunutze: Sie haben sich nicht nur als Umwelt-, sondern auch als Aufdeckerpartei positioniert und fordern mehr Transparenz und ein Ende des parteipolitischen Postenschachers. In den Bundesländern hatten sie mit dieser Strategie Erfolg und sind mittlerweile in Regierungskoalitionen in Wien, Oberösterreich, Kärnten, Salzburg und Tirol. Sollten es die Grünen auch auf Bundesebene in eine Regierung schaffen, würden sie neben einem Schwerpunkt auf Umwelt-, Bildungs- und Sozialthemen strengere Antikorruptionsgesetze etablieren, sagte Glawischnig.

Experte: Wahlerfolg ist sicher – Regierungsbeteiligung nicht

Politikexperte Peter Filzmaier räumt ihnen allerdings keine sehr hohen Chancen ein, dieses Ziel zu erreichen. "Der Wahlerfolg der Grünen ist sicher - für eine Regierungsbeteiligung haben sie nur eine kleine Chance", sagte er Reuters. Eine Zweierkoalition der Grünen entweder mit SPÖ oder ÖVP sei nach den derzeitigen Umfrageergebnissen nicht realistisch. Sollte es in Österreich nach den Wahlen eine Dreierkoalition geben, hält Filzmaier ein Bündnis aus ÖVP, FPÖ und dem Team Stronach für die wahrscheinlichste Variante.

Glawischnig lässt sich davon jedoch nicht entmutigen. Sollte es mit der Regierungsbeteiligung nicht klappen, dann würde die Partei in der Oppositionsrolle bleiben. "Dann machen wir das weiter, was wir bisher auch ganz gut gemacht haben."

Die gebürtige Kärntnerin ist eine von wenigen Parteichefinnen in der Geschichte Österreichs. Sie führt die Grünen seit vier Jahren. Von dem Holztisch in ihrem Büro hinter dem Wiener Burgtheater sieht die Mutter zweier Söhne direkt auf das Parlament an der Wiener Ringstrasse. Dort ist seit ihrem Karrierebeginn als Abgeordnete 1999 ihr Arbeitsplatz.

Anfangs habe sie sich oft verunsichern lassen, "von Kritik und Zwischenrufen und diesem Alltagssexismus, dem man im Parlament ausgesetzt ist", sagte sie. Dies habe sich dank ihrer Erfahrung aber geändert. "Ich würde mich sogar trauen zu sagen, dass sich manche vor mir ein bisschen fürchten. Respekt haben sie jedenfalls", sagte sie mit Blick auf ihre männlichen Politiker-Kollegen.

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