Die Deals des Alfred Gusenbauer: Karstadt, Baumax, Backhausen

Die Deals des Alfred Gusenbauer: Karstadt, Baumax, Backhausen

Als Bundeskanzler musste Alfred Gusenbauer viel Kritik auch aus eigenen Reihen einstecken Als Privatmann und Investor spielt er nun die erste Geige. Gusenbauer war in letzter Zeit in eine Reihe aufsehenerregender Geschäfte involviert: In den Kauf der Karstadt-Gruppe durch Rene Benkos Signa-Gruppe, der Rettung der Kunstsammlung Essl und nun auch im Verkauf des Textilunternehmens Backhausen.

Die rote Tasche war eines seiner Markenzeichen. Der beharrlich getragene Irokesenschnitt ebenso. Die Rede ist von Alfred Gusenbauer, dem früheren SPÖ-Parteichef (2000 bis 2008) und österreichischen Bundeskanzler (Jänner 2007 bis Dezember 2008).

Vom "Gusi" als Politiker ist knapp sechs Jahre nach seinem Ausscheiden aus der Politik sonst nur noch wenig in Erinnerung. Und der heute 54-jährige spricht auch nicht mehr allzu gerne über die Nuller-Jahre. Er hat das auch nicht nötig. 2014 ist Gusenbauer ein so erfolgreicher Geschäftsmann, wie es ihm nur wenige zugetraut hätten. In den vergangenen Wochen war Gusenbauer in eine Reihe aufsehenerregender Geschäfte involviert. Als Aufsichtsratsvorsitzender von Rene Benkos Signa-Gruppe in die Übernahme der deutschen Kaufhaus-Kette Karstadt, als Vorstand der Haselsteiner Familien-Privatstiftung in die Rettung und den Kauf der Kunstsammlung Essl.

Nun hat Gusenbauer das nächste Geschäft unter Dach und Fach gebracht: Das Private Equity Unternehmen Cudos, an dem Gusenbauer mit 25 Prozent beteiligt ist, hat das Ende 2012 als Sanierungsfall übernommene Textilunternehmen Backhausen wieder flott gemacht und an die Nichte des VW-Großaktionärs Ferdinand Piëch, Louise Kiesling, weiterverkauft.

Backhausen mit Sitz in Hoheneich im Bezirk Gmünd (Niederösterreich) ist unter anderem für die für die Wiener Werkstätte kreierten Stoffe bekannt und arbeitet unter anderem als Ausstatter für Hotels, Theater und Konzertsäle. Die neue Besitzerin, die an der Universität für Angewandte Kunst Mode studiert hat, will das Archiv mit den mehr als 3500 Originalentwürfen von Künstlern wie Koloman Moser und Otto Wagner an den Firmensitz verlegen.

Investment, Consulting, Kontrolle

Cudos ist bei weitem nicht das einzige Unternehmen, bei dem Gusenbauer mitmischt. Gemeinsam mit zwei Österreichern und befreundeten lokalen Partnern hat er im Jahr 2010 in Chile die Investmentgesellschaft Equitas Partners gegründet. Das Unternehmen verwaltet aktuell ein Beteiligungskapital von rund 300 Millionen Dollar und ist hauptsächlich in der Umwelt- und Forstwirtschaft engagiert. Der frühere Bundeskanzler ist außerdem geschäftsführender Gesellschafter der Gusenbauer Projektentwicklung & Beteiligung GmbH, die wiederum 25 Prozent an der microC Beteiligung GmbH hält.

Gusenbauer ist außerdem im Aufsichtsrat der RHI AG sowie Aufsichtsratsvorsitzender des Baukonzerns Strabag SE und seit 2010 auch im Board of Directors des kanadischen Bergbau-Konzerns Gabriel Resources, der unter anderem ein umstrittenes Goldminenprojekt in Rumänien betreibt.

Auch als Consulter ist Gusenbauer erfolgreich tätig. Gemeinsam mit dem ehemaligen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn berät er die Regierung Serbiens bei den Verhandlungen rund um den EU Beitritt. Er hat weiters die Leitung des "Independent International Advisory Boards" der Republik Kasachstan, das dem Land beim Aufbau demokratischer Strukturen helfen soll und setzt sich obendrein in Osteuropa und in Südamerika als Lobbyist für den Glücksspielkonzern Novomatic ein.

Gusenbauer dem Wirtschaftsmagazin trend zufolge auch das nächste Haselsteiner-Projekt orchestrieren: Gemeinsam mit der Hypo Niederösterreich und dem steirischen Ex-VP-Politiker Herbert Paierl soll für die kürzlich zur Privatisierung ausgeschriebene Pleitebank Kommunalkredit geboten werden. Dieser Deal ist allerdings noch nicht in trockenen Tüchern. "Meine Leute meinen, dass dies interessant ist", sagt Haselsteiner dem trend. "Und um solche Sachen kümmert sich mein Stiftungsvorstand. Ich hoffe, das wird was." Dem Vernehmen nach könnte sich auch Gusenbauer persönlich an der Kommunalkredit beteiligen, dazu will er aber "gar nichts sagen".

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