Der Pleitegeier besucht 110 Betriebe pro Woche

Der Pleitegeier besucht 110 Betriebe pro Woche

Die meisten Insolvenzen gab es in den vergangenen sechs Monaten im Handel. Auch Baubranche und Gastronomie durchleben schwere Zeiten. Die größte Insolvenz des ersten Halbjahres: DiTech.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist hochgerechnet laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV Europa) im ersten Halbjahr zwar um 0,8 Prozent auf 2.868 zurückgegangen. Der Mini-Rückgang insgesamt sei aber nur auf sinkende Insolvenzabweisungen mangels Masse zurückzuführen, so die Kreditschützer; öffentliche Stellen würden in Krisenzeiten bei der Insolvenzantragsstellung zurückhaltend agieren.

Die Anzahl der tatsächlich eröffneten Firmeninsolvenzen entspricht laut AKV mit 1.650 im ersten Halbjahr heuer aber exakt mit jenen des selben Zeitraumes des Vorjahres. Demnach spüren die Unternehmen die Wirtschaftskrise heuer ähnlich wie im vergangenen Jahr. Wöchentlich stellen die heimischen Gerichte bei 110 Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit und/oder Überschuldung fest. Die Gesamtpassiva sind heuer allerdings unvergleichbar geringer als im ersten Halbjahr 2013 - kein Wunder, denn damals crashte der heimische Bauriese Alpine mit Milliardenverbindlichkeiten. Laut AKV betragen die Gesamtpassiva in den ersten sechs Monaten heuer 1,24 Mrd. Euro nach 5,75 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2013. Gefährdet seien heuer durch die Pleiten 9.392 Jobs. Nach Passiva war die größte Insolvenz DiTech mit 36,9 Mio. Euro, bei den betroffenen Dienstnehmern jene der Goldenen Kreuz Privatklinik mit 266 Jobs.

Pleitekandidaten: Handel, Bau und Gastro

Die meisten Pleiten gab es wie schon im Vorjahr im Handel (547), gefolgt vom Bau (497) und der Gastronomie (474).

Nach Bundesländern zeigen sich durchaus große Unterschiede. Den größten Rückgang an Pleiten gesamt verzeichnete Kärnten mit minus 11,44 Prozent von 236 auf 209 Pleiten. In Vorarlberg aber stieg die Zahl der Pleiten insgesamt, wenn auch auf geringerem Niveau, um fast ein Drittel auf 91. In der Steiermark gab es auch relativ deutlich mehr Pleiten - sie stiegen von 400 auf 463 (plus 15,75 Prozent). Leichte Steigerungen gibt es weiters in allen Bundesländern bis aufs Burgenland, wo es heuer bisher 105 Pleiten gab (erstes Halbjahr 2013: 122).

Prinzipiell zeichne sich eine Verlagerung zu Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung ab, so der AKV. "Entgegen anfänglicher Erwartungen scheint die Akzeptanz der im Jahr 2010 eingeführten Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung abzunehmen. Die geforderte höhere 30-prozentige Mindestquote haben nur mehr 46 Unternehmer angeboten." Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung gab es aber heuer bisher 244, während es im Vergleichszeitraum des Vorjahres 182 waren.

Privatinsolvenzen gab es im ersten Halbjahr hochgerechnet laut AKV 4.789, um knapp zehn Prozent weniger in den ersten sechs Monaten 2013.

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