Der Kongress tanzt - am liebsten in Wien

Der Kongress tanzt - am liebsten in Wien

Beim Branchentreff der Tagungswirtschaft präsentiert sich Wien wieder mal als Kongress-Stadt Nummer eins - und zwar zu Recht.

"Die Kongress- und Seminarwirtschaft ist ein milliardenschwerer globaler Markt - Europa präsentiert sich dabei mit einem Marktanteil von 55 Prozent als unangefochtener Global Player - vor Asien und den USA", sagte die Geschäftsführerin der nationalen Tourismusmarketing-Organisation Österreich Werbung, Petra Stolba, am Montag bei der Eröffnung der zweitägigen Messe "access 2012", dem internationalen Branchentreff der Tagungswirtschaft in der Wiener Hofburg. Die Kongressstadt Wien rangierte 2011 laut International Congress & Convention Association (ICCA) weltweit auf Platz 1 der gefragtesten Destinationen - noch vor Paris, Barcelona, Berlin und Singapur. Österreich rückte von Platz 14 auf 10 vor.

Buchungen sind "vielversprechend"

Auch im laufenden Jahr 2012 liefen die Kongressbuchungen ganz gut. Und der Ausblick für 2013 bis 2015 sei "vielversprechend", sagte der Präsident des Austrian Convention Bureau (ACB), Christian Mutschlechner. Ein relativ sicheres Geschäft: Die Kongresse seien ein ganz wesentlicher Faktor bei der Zusatzausbildung für Forscher, Ärzte und Wissenschafter in der Zeit nach der universitären Ausbildung. "Österreich ist gut aufgestellt und auch international wettbewerbsfähig", so Stolba.

Der internationale Kongressgast ist bei den heimischen Touristikern begehrt: Immerhin bleibt er im Durchschnitt rund 4,6 Nächte - also deutlich länger als der herkömmliche Urlaubsgast, der es hierzulande auf eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von nur 3,6 Nächten bringt.

Digitale Welle bei Kongressen

Damit Österreich als internationale Kongressdestination nicht an Beliebtheit verliert, müssen sich die Veranstalter ständig neuen Anforderungen stellen. "Wir werden keinen Kongress mehr erleben, der nicht digitalisiert ist", meinte etwa der Geschäftsführer der Zukunftsinstitut Österreich GmbH, Harald Gatterer. Weltweit seien 6 Mrd. Handys gemeldet - mehr als es Zahnbürsten in den Haushalten gebe. "90 Prozent aller Informationen sind digital, nur noch 10 Prozent analog, also so etwas wie Papier." Das digitale Dabeisein sei ein Thema, das an Bedeutung gewinne.

Bisher punktete Österreich bei Tagungsveranstaltern vor allem mit der hervorragenden Infrastruktur, der ausgezeichneten Lage im Zentrum Europas und der ausgeprägten Gastfreundschaft. Von den 13.348 Veranstaltungen (Kongresse, Tagungen und Seminare) mit mehr als 1,3 Mio. Teilnehmern im Vorjahr fand die Hälfte in Wien statt, die andere Hälfte verteilte sich auf die Bundesländer - allen voran Salzburg und Niederösterreich.

Vermittlung von Wissen

"Die vielen kleinen und mittleren Kongresse sind die wahren Stars der dynamischen Tagungsindustrie", sagte Stolba. 45 Prozent aller Veranstaltungen hätten weniger als 100 Teilnehmer und an nur 2 Prozent nähmen über 1.000 Personen teil.

Auf der heurigen Kongressmesse steht erstmals die Event-Wirtschaft im Mittelpunkt. Einer der Kooperationspartner der access, auf der sich über 200 österreichische Aussteller präsentieren und 1.800 Fachbesucher aus 15 Nationen erwartet werden, ist nun auch das Event Marketing Board Austria (emba). "Die Verschmelzung von klassischem Wissenstransfer und Event ist wichtig - die Vermittlung von Wissen kann spannend sein", betonte Mutschlechner.

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