Der Baustoffgruppe Asamer sind die Schulden über den Kopf gewachsen

Der Baustoffgruppe Asamer sind die Schulden über den Kopf gewachsen

Der oberösterreichischen Asamer-Gruppe geht der Schotter aus. Die Unternehmensgruppe ist mit bis zu 900 Millionen Euro verschuldet, der größte Gläubiger ist die Raiffeisen Landesbank Oberösterreich. Jetzt muss der Konzern zerschlagen werden

Ohlsdorf. Hans Asamer, der Self-Made-Millionär aus Ohlsdorf in Oberösterreich, steht vor den Ruinen seines Lebenswerks. Die von ihm in 55 Jahren aufgebaute Unternehmensgruppe zerbricht. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Samstag einen Bericht des Magazins profil . Dem Magazinbericht zufolge liegen die Verbindlichkeiten des Konzerns bei 900 Millionen Euro.

900 Millionen sind auch für Asamer viel Schotter. Der Konzern, der von den drei Söhnen des Firmengründers, Manfred, Kurt und Andreas Asamer gesteuert wird, soll nun auf einen Kernbereich von maximal der Hälfte des bisherigen Umsatzvolumens von 452 Mio. Euro schrumpfen. Ein Teil der Schulden ist Entwicklung in Libyen zuzuschreiben, wo Asamer drei große Zementwerke erworben hatte, die wegen der bewaffneten Auseinandersetzungen lange stillgestanden sind. Gleichzeitig ist das Geschäft in Osteuropa deutlich zurückgegangen. Obwohl die Produktion in Libyen wieder auf Vorkriegesniveau ist musste der Familienkonzern im letzten Geschäftsjahr einen Verlust von 70 Millionen Euro hinnehmen.

Aufteilung der Gruppe

Die Unternehmensgruppe mit Standorten in Österreich, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Russland, Libyien, Saudi Arabien und in den Arabischen Emiraten soll außerdem zweigeteilt werden.

Das Kerngeschäft von Asamer soll Österreich und Werke in der Slowakei und in Bosnien-Herzegowina umfassen und im Familienbesitz bleiben. Das sind 23 Kies-, 18 Beton und zwei Zementwerke mit einem Gesamtumsatz von 200 Millionen Euro.

Für das Geschäft in Libyen, Anlagen auf der arabischen Halbinsel sowie in Ungarn, Tschechien und am Balkan soll der als Sanierer geholte Jörn Trierwalder Investoren und strategische Partner suchen, die sich beteiligen wollen. Aber auch ein Gesamtverkauf der ausgelagerten Teile wird nicht ausgeschlossen.

Die ART Asamer Rubber Technology GmbH ist bereits kürzlich in eine neue Gesellschaft eingebracht worden, an der die Kirchdorfer Zementwerk Hofmann Gesellschaft m.b.H. 50 Prozent übernehmen wird. Geplant ist die Zerlegung von Altreifen und deren Weiterverarbeitung. Der Bereich der Immobilien- und Tourismusprojekte des Seniors Hans Asamer ist schon zu Jahresbeginn aus der Holding herausgelöst worden.

Die Planung des Umbaues sei nunmehr abgeschlossen und bereits von den involvierten 17 Banken - darunter die Hauptgeldgeber Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, Sparkasse Oberösterreich, Oberbank und Bank Austria - abgesegnet, berichtete der Unternehmenssprecher. Nur die Verträge seien noch nicht unterschrieben. Andreas Asamer habe die Holding verlassen. Er plane, zusammen mit Partnern Teile aus dem Osteuropa-Geschäft herauszukaufen. Welche Funktion seine Brüder Manfred und Andreas künftig bei "Asamer neu" bekleiden, stehe noch nicht fest.

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