Das Kreuz der Steuerzahler mit der Kirche

Das Kreuz der Steuerzahler mit der Kirche

In einem neuen Buch wird behauptet, Österreichs Religionsgemeinschaften bekommen mehr Geld vom Steuerzahler als angenommen.

Insgesamt 3,8 Milliarden Euro an staatlichen Subventionen sollen die Religionsgemeinschaften jährlich erhalten - das behauptet zumindest das neue Buch "Gottes Werk und unser Beitrag" (Czernin Verlag). Autor Carsten Frerk bemängelte am Montag in einer Pressekonferenz auch die erst vor wenigen Tagen veröffentlichte offizielle Bilanz der römisch-katholischen Kirche. Manche Posten seien darin erst gar nicht gesondert aufgeschlüsselt.

"Nackte Tatsachen" seien es, welche im Buch über die Finanzierung der Kirche zusammengetragen seien. Das Ergebnis aus der Sicht der Kritiker rund um die Initiative gegen Kirchenprivilegien: Österreichs Religionsgemeinschaften würden stärker am Steuertopf hängen als bisher vermutet. So kosteten etwa konfessionelle Bildungseinrichtungen und der Religionsunterricht allein "mindestens" eine Milliarde Euro jährlich. Das sei mehr als doppelt so viel, wie die katholische und die evangelische Kirche gesamt an Kirchenbeitrag lukrieren würden. Weiters berücksichtigt sind in der Aufstellung etwa Denkmalpflege, Ordensspitäler und Denkmalschutz.

Zahlen gut verborgen

Nicht immer sei es leicht, Zahlen zu den Kirchensubventionen zu bekommen, kritisierte Grünen-Abgeordnete Daniela Musiol, die sich dem Kreis der Kirchenkritiker anschließt. Mehrere parlamentarische Anfragen zum Thema seien unzureichend bzw. überhaupt nicht beantwortet worden. Teilweise wüsste etwa das Bildungsministerium schlicht nicht, wohin wie viel Geld fließt. Kritik übte die Grüne auch an der Finanzierung der katholischen Hilfsorganisation Caritas: Lediglich zwei Prozent des Budgets trage die Kirche selbst, der Rest komme von der öffentlichen Hand und Spendengeldern.

"Selektiver Umgang mit historischer Wahrheit

Auch die laufenden NS-Entschädigungszahlungen an die Kirche werden im Buch beleuchtet: Co-Autor Christoph Baumgarten findet, dass diese zum Teil gar nicht mehr berechtigt wären. Lediglich "einige Grundstücke" seien von den Nazis enteignet worden, wovon der Großteil wieder zurückgegeben sei. Der Umgang mit der historischen Wahrheit sei bei diesem Thema "sehr selektiv", meinte Baumgarten. Missbrauchsopfer würde die Kirche selbst hingegen nur mangelhaft entschädigen.

Infos zum Buch: Carsten Frerk, Christoph Baumgarten, "Gottes Werk und unser Beitrag. Kirchenfinanzierung in Österreich", Czernin Verlag 2012, ISBN 978-3-7076-0430-6, 284 Seiten, 24,90 Euro

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