Das große Bienensterben geht weiter

Das große Bienensterben geht weiter

Der Nationalrat hat im Vorjahr das für Bienen schädliche Pflanzenschutzmittel Neonicotinoiden verboten. Imkern im Nordburgenland macht der Tod von zahlreichen Bienenvölkern allerdings weiterhin zu schaffen. Es wird vermutet, dass das Gift weiterhin eingesetzt wird.

Ein Betroffener ist der Nebenerwerbsimker und frühere Landesobmann des Bienenzuchtverbandes, Konrad Schneider. Er habe im Herbst rund 100 Stöcke eingewintert. Rund 60 davon, die bei Feldern aufgestellt seien habe er verloren, bestätigte der Bio-Imker aus dem Bezirk Neusiedl am See am Montag gegenüber der APA einen Bericht des ORF Burgenland. Etwa 40 Stöcke, die nahe am oder im Wald aufgestellt seien, dürften überleben. Anderen Imkern gehe es ähnlich.

Eine Ursache für die hohen Ausfälle vermutet er weiterhin im Einsatz von Pflanzenschutzmitteln: "Wir glauben, dass das auf keinen Fall die Varroa (-milbe, Anm.) ist, sondern Pestizide." Beim Raps beispielsweise werde auch weiterhin mit sogenannten systemischen Mitteln gearbeitet. Dabei handle es sich um Stoffe, welche die Pflanzen aufnehmen: "Die ganze Pflanze wird dann zum Insektizid."

Lange Halbwertszeit der Mittel

Problematisch sei die Halbwertszeit mancher Mittel, die ein oder zwei, manchmal sogar drei Jahre dauern könne: "Dann ist die Hälfte abgebaut." Ein weiteres Problem sei, dass Landwirte oft während der Blütezeit spritzen würden, was verboten sei. "Da sollte jeder Bauer ein Spritzbuch haben, wo er festhält, was er gespritzt hat, damit er auch zur Verantwortung gezogen werden kann", meinte Schneider.

Bienen flüchten aus dem Stöcken mit Giftstoffen

In den betroffenen Bienenstöcken hätten die Bienen langsam den Stock verlassen. Nur die Waben und der Honig blieben zurück. Durch schwer abbaubare Substanzen komme es zu einem Teufelskreis. Wenn ein Landwirt im Frühjahr Raps angebaut und Neonicotinoide eingesetzt habe und danach im Herbst beispielsweise Buchweizen anbaue, würden die Rückstände im Boden wieder von den Pflanzen aufgenommen. Der Pollen, den die Bienen dann in den Stock eintragen, sei belastet.

400 Euro Verlust pro Stock und Jahr

Die hohe Ausfallsrate sei dann wirtschaftlich zu spüren: Schneider schätzte die Kosten für den entgangenen Ertrag einschließlich der Entsorgung eines ausgestorbenen Stockes auf mindestens 400 Euro.

Ziel: vermehrt bioloische Landwirtschaft

Für die Zukunft wünsche er sich, "dass man allgemein mehr auf biologische Landwirtschaft setzt und nicht auf die intensive, konventionelle Landwirtschaft, die permanent Pestizide einsetzt", meinte Schneider. Bienen seien schließlich ein ganz wichtiger Umweltindikator: "Wenn es denen schlecht geht, dann weiß man ganz einfach, dass es der Umwelt nicht gut geht."

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