Da schau' her: ÖVAG in den roten Zahlen

Da schau' her: ÖVAG in den roten Zahlen

Im ersten Halbjahr 2012 hatten hohe Buchgewinne für leicht schwarze Zahlen bei der ÖVAG gesorgt. Die Bank ist in einem umfassenden Abbau- und Restrukturierungsprozess. Sie wird auch im Gesamtjahr 2013 "deutlich negativ" abschließen, wurde am Donnerstag bekräftigt.

Die verlustreiche Rumänien-Tochter kommt die teilstaatliche österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) heuer wieder teuer zu stehen. Die Rumänien-Bank - die vom Verkauf des Ostbanken-Netzes an die russische Sberbank ausgespart blieb - muss rekapitalisiert werden. 120 Millionen Euro müssen die Aktionäre im zweiten Halbjahr einschießen, auf die ÖVAG entfallen für den durchgerechnet 51-prozentigen Anteil an der Volksbank Romania S.A. 60 Millionen.

Für diese Summe musste die ÖVAG in ihrem eigenen Zwischenabschluss zum ersten Halbjahr 2013 bereits eine Vorsorge von 60 Mio. Euro einstellen. Der Buchwert der VB Romania wurde von der ÖVAG schon 2011 zur Gänze abgeschrieben.

Die aushaftenden Refinanzierungen der ÖVAG gegenüber der Rumänien-Bank werden per Ende Juni mit 1,1 Mrd. Euro beziffert, wieweit hier noch wertberichtigt werden muss, hängt vom weiteren Umfeld ab.

2012 hatte die Volksbank in Rumänien einen Verlust von rund 170 Mio. Euro geschrieben, wie der Vorstand zur Jahrespressekonferenz berichtet hatte. Die jetzige Kapitalknappheit wird im aktuellen ÖVAG-Halbjahresbericht mit einer "Neubewertung von Immobiliensicherheiten" sowie signifikanten Risikovorsorgen wegen drohender Prozessrisiken begründet. Wieviel in Rumänien im Halbjahr verbrannt wurde, wurde nicht mitgeteilt.

Bis spätestens Ende 2015 muss die ÖVAG ihren Anteil an der Volksbank Rumänien verkauft haben. Das sehen die EU-Auflagen des Beihilfeverfahrens vor.

Die Volksbanken AG hat im ersten Halbjahr 2013 netto 87 Mio. Euro Konzernverlust ausgewiesen. Im ersten Halbjahr 2012 hatten hohe Buchgewinne für leicht schwarze Zahlen gesorgt.

Auch heuer gab es wieder Sondereffekte: Wäre im ersten Quartal 2013 nicht eine Bundesgarantie aus 2012 gezogen worden, die fürs Quartalsergebnis heuer 65 Millionen Euro netto brachte, wäre der Verlust im Halbjahr entsprechend höher ausgefallen.

Die ÖVAG ist in einem umfassenden Abbau- und Restrukturierungsprozess. Sie wird auch im Gesamtjahr 2013 "deutlich negativ" abschließen, wurde am Donnerstag bekräftigt. Vor dem Verkauf steht die International-Leasing-Gruppe, ebenso die Tochter in Malta. Zwei größere Kreditpakete hat die Bank im Juni und Juli an Raiffeisen verkauft, was die teilstaatliche Bank im Eigenkapital entlastet hat.

Zum Kapital meldete die ÖVAG heute, dass der Abbau von Bankaktivitäten und Risiken die Quoten verbessert hat. Die Tier 1 Quote bezogen auf das Gesamtrisiko liege bei 11,4 Prozent (10,9 Prozent zum Ultimo). Die bankrechtlichen Eigenmittel des ÖVAG Konzerns betragen nach eigenen Angaben 2,3 Mrd. Euro.

Die Bilanzsumme sei seit Jahresultimo 2012 um 2,8 Mrd. Euro auf 24,85 Mrd. Euro gesunken. Deutlich gefallen sind im Halbjahresvergleich der Zinsüberschuss und das Provisionsergebnis. Das Handelsergebnis war negativ. Allerdings sind auch die Kreditvorsorgen insgesamt merklich weniger geworden.

Die Zahl der Mitarbeiter ist seit dem Ultimo von 1.912 auf 1.878 zurückgegangen. Davon sind 755 (775) außerhalb des Landes tätig.

An der ÖVAG ist die Republik Österreich seit April 2012 mit 43,3 Prozent beteiligt. Die Bank musste damals nach hohen Wertberichtigungen aufgefangen werden.

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