Causa Wurstsemmel –McDonald's: "Reaktion der Facebook-Community hat uns überrascht"

Causa Wurstsemmel –McDonald's: "Reaktion der Facebook-Community hat uns überrascht"

Die Wurstsemmel-Werbung von McDonald´s ist einigen Österreichern sauer aufgestoßen – der Fast-Food-Konzern hat seine Kampagne nach Protesten von Fleischhauern und auf Facebook vergangenes Wochenende aus diesem Grund beendet. Andreas Schmidlechner, seit 1. März Chef von McDonald's Österreich, spricht im Interview über seine Erfahrungen mit Fleischhauern, Facebook-Community und Wurstsemmeln generell.

FORMAT : Hätten Sie sich gedacht, dass Ihr Wurstsemmel-Vergleich derart vehemente Reaktionen auslösen würde?

Andreas Schmidlechner : Nein. Die aktuelle 1x1 Kampagne soll wie alle anderen Kampagnen auch auf humorvolle Art unser Angebot bekannt machen. Die Reaktionen der Fleischer und der Facebook-Community haben uns überrascht. Wir haben sie aber ernst genommen und darauf sehr rasch reagiert. Uns ist wichtig, unsere Community ernst zu nehmen.

Wie provokant muss Werbung von McDonald's generell sein?

Schmidlechner : Werbung muss Aufmerksamkeit schaffen. In unserem Fall tut sie das immer mit Humor. Viele kennen unsere TV- oder Hörfunk-Spots oder auch Plakatkampagnen. Provokation ist kein Stilmittel, das wir einsetzen.

Sie betonen auch in der Werbung die hohe Qualität der eingesetzten Lebensmittel. Wie deckt sich das mit dem Kampfpreis von 1 Euro?

Schmidlechner : Die Qualität aller unserer Produkte ist sehr hoch. Da wir große und langjährige Partner unserer Lieferanten sind, können wir ein Einstiegsangebot wie das 1x1 ermöglichen, das natürlich sehr straff kalkuliert ist. Aber es ist eines von mehreren Preissegmenten neben den Menüs und unseren Promotion-Burgern.

Das Image von McDonald's als Fast-Food-Weltmacht ist von regionalen Ereignissen wohl kaum abhängig. Dennoch: Wie österreichisch muss McDonald's sein, um hierzulande Erfolg zu haben?

Schmidlechner : Lokale Relevanz ist eine Säule unserer Unternehmensphilosophie. In Österreich sind wir auch deswegen so erfolgreich, weil wir österreichische Lebensmittel einsetzen, auf den österreichischen Geschmack eingehen und eine eigene österreichische Werbelinie umsetzen.

Was meinen Sie zum Vorwurf, Unternehmen wie McDonald's würden mit so genannten "McJobs" zur einer negativen Veränderung des Arbeitsmarktes beitragen?

Schmidlechner : Wir bieten unseren Mitarbeitern einen eigenen Kollektivvertrag über jenem der Gastronomie – unser Einstiegsgehalt liegt bei 1000 Euro netto. Wir ermöglichen jedem Mitarbeiter seine spezielle Aus- und Weiterbildung, um Karrieren zu fördern. Ein Beispiel ist unsere Managerin in Wien in der Mariahilferstraße. Sie ist Ende 20 und bereits Chefin eines sehr großen Restaurants und von über 50 Mitarbeitern. Wo sonst ist das möglich? Und wir gehen auf die individuellen Wünsche unserer Mitarbeiter ein, was den Umfang ihres Arbeitsverhältnisses betrifft.

Wie sehr beeinflusst McDonald's die Einstellung von Kindern und Jugendlichen zum Thema Ernährung? Was tun Sie, um diese Verantwortung zu erfüllen?

Schmidlechner : Wir sind bei allen Altersgruppen eine sehr bekannte Marke – Jungen wie Alten – daher nehmen wir unsere Verantwortung sehr ernst. Der durchschnittliche Gast kommt im Monat dreimal zu uns. Er nimmt also drei von circa 90 Mahlzeiten bei uns ein. Was können wir tun, um zu einem ausgewogenen Lebensstil beizutragen? Wir informieren vor und beim Konsum über die Nährwertprofile unserer Produkte. Wir erweitern laufend unser Angebot, demnächst mit Obst und Gemüse im Happy Meal. Wir entwickeln unsere Produkte nach aktuellen ernährungsphysiologischen Erkenntnissen. Und wir engagieren uns in Bewegungs- und Sportprojekten. Um auf diese Weise Ausgewogenheit zu unterstützen.

Abschlussfrage: Essen Sie selbst gerne eine Wurstsemmel oder trauen Sie sich nun gar nicht mehr zum Fleischhauer?

Schmidlechner : Natürlich esse ich gerne Wurstsemmeln. Die Wurstsemmeln, die uns die Fleischer als Dankeschön für unsere Reaktion geschickt haben, waren übrigens ausgezeichnet.

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