Burschenschaftsparty endet mit Schnäuzverbot für Mitarbeiter von Martin Graf

Burschenschaftsparty endet mit Schnäuzverbot für Mitarbeiter von Martin Graf

Um eine Schlägerei in einem Lokal des mutmaßlichen Wiener Rotlicht-Bosses Richard St. ist es am Montag im Prozess gegen die 42-Jährige "Gürtel"-Größe und fünf Mitangeklagte gegangen. Einer von ihnen, Peter A. (46), der in der Szene ob seiner Körpergroße "Langer Peter" genannt wird, soll einen ehemaligen engen Mitarbeiter des Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf in einem einschlägigen Lokal mittels mehrerer Faustschläge ins Krankenhaus befördert haben.

Die rechtsgerichtete Burschenschaft "Silesia" hatte am 12. März 2010 das Etablissement gemietet, um dort "eine Studentenparty zu feiern", wie der damalige Organisator - ein Bankangestellter mit Schmiss - nun dem Schöffensenat erklärte. Um 20 Euro konnten die Teilnehmer den ganzen Abend so viel trinken, wie sie wollten. Das und möglicherweise auch "das Ambiente", wie der Ausrichter der Feier rückblickend vermutete, lockte nicht nur Studierende an, sondern auch einen mittlerweile 35-jährigen Vertrauten Grafs, der in Begleitung seiner Ehefrau erschien, einer langjährigen Sekretärin von FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache.

Das Ehepaar geriet in Streit, als die Frau vom Tresen stürzte bzw. fiel. Ein Security-Mitarbeiter beobachtete, wie der Mann darauf Anstalten machte, seine Frau körperlich zu attackieren, worauf er den 35-Jährigen ins Freie beförderte. Der wollte sich das nicht gefallen lassen und versuchte, zurück ins Lokal zu gelangen. Bis sich ihm der "Lange Peter" in den Weg stellte.

Daraufhin musste er von seiner Frau mit einem Taxi auf schnellstem Weg ins Krankenhaus gebracht werden, wo ein gebrochener Augenhöhlenbogen, eine Fraktur der Nasenwurzel, ein Kieferbruch und eine schwere Gehirnerschütterung festgestellt wurden. Elf Tage wurde der Mann stationär behandelt, bei seiner Entlassung wurde ihm unter anderem ein vierwöchiges Schnäuzverbot erteilt.

"Für mich ist die Sache erledigt. Ich lebe nicht in Angst vor den Herrschaften", sagte der 35-Jährige jetzt als Zeuge. Er gab vor, an den Schlag überhaupt keine Erinnerung mehr zu haben. "Meine Nase sieht anders aus", witzelte er noch, "manche sagen, es steht mir". Seine Frau erklärte, ihr Mann habe "relativ ramponiert" ausgeschaut, war aber auch bemüht, den Vorfall herunterzuspielen.

Damals hatte das noch anders ausgesehen. Nachdem sie ihren Mann ins Krankenhaus gebracht hatte, soll sie angeblich gegen 5.00 Uhr in der Früh mit dem bekannten Rechtsextremisten Gottfried Küssel an ihrer Seite in das Nachtlokal zurückgekehrt sein und wüste Drohungen ausgestoßen haben. "Ich war zornig und aufgebracht und wollte das den Leuten mitteilen", erläuterte sie dem Gericht ihre Beweggründe.

Die Verhandlung, bei der es in erster Linie um angebliche Schutzgeld-Erpressungen im Rotlicht-Milieu und damit in Zusammenhang stehende Körperverletzungen geht, wird frühestens im August zu Ende gehen.

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