Burgtheater-Finanzdebakel: NEOS richten "Dringliche" an Kulturminister

Burgtheater-Finanzdebakel: NEOS richten "Dringliche" an Kulturminister

Eine 72 Fragen starke "Dringliche Anfrage" richteten die NEOS an Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ). Gefragt wird unter anderem, ob der Ressortchef den Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann und Bundestheater-Holding-Chef Georg Springer auswechseln will. Ostermayer wird die Fragen noch heute Nachmittag beantworten.

In der Begründung der 72 Fragen starken "Dringlichen" zeichnet NEOS-Vizechefin Beate Meinl-Reisinger ein düsteres Bild der Vorgänge an der "Burg". Hinterfragt wird, ob die Aufsichtspflicht des Ministeriums versagt hat sowie, ob Hartmann und Springer tatsächlich nichts von den vermuteten Tricksereien der entlassenen Kaufmännischen Geschäftsführerin Sylvia Stantejsky wussten.

Geht es nach den NEOS, ist auch dem Direktor Mitverantwortung für die Finanzmisere anzulasten. Daher bestehe die Möglichkeit, wenn nicht sogar Notwendigkeit für das Ministerium, Hartmann abzusetzen, schreibt Meinl-Reisinger. Ohnehin sei ein "unhaltbarer Zustand" erreicht, da sich drei Viertel der Ensemble-Mitglieder zu einem Misstrauensvotum gegen Hartmann (und Springer) zusammengefunden hätten. Man könne ja auch davon ausgehen, dass das Ensemble gut Bescheid wisse, wie es um die Verantwortlichkeiten im Haus bestellt sei. Wirken des Burg-Chefs nicht ganz geheuer

Überhaupt ist Meinl-Reisinger und Kollegen das Wirken des "Burg"-Chefs nicht ganz geheuer, speziell was die Häufung von ihm persönlich verantworteter Produktionen angeht. Von Ostermayer wissen wollen die NEOS, wie viele der Aufführungen durch den Direktoren-Vertrag abgedeckt sind und für wie viele noch ein Extra-Honorar geflossen ist. "Eine schiefe Optik" erkennt man auch darin, dass sämtliche Produktionen der "Jungen Burg" unter der Ägide von Hartmanns Schwester und Schwager gelaufen seien.

Kaum weniger suspekt ist den NEOS die Rolle von Holding-Chef Springer. Habe er von der intransparenten Finanzgebarung Stantejskys Bescheid gewusst, hätte er tätig sein müssen, findet Meinl-Reisinger. Auch inwieweit das Ministerium entsprechende Kenntnisse hatte, möchte die kleinste Parlamentsfraktion geklärt wissen. Ihr Urteil haben die NEOS freilich ohnehin schon gefällt: "Die aktuelle Causa zeigt, dass der kaufmännische Durchgriff vollends versagt haben muss."

NEOS: Holding-Chef soll gehen

Daher wäre aus NEOS-Sicht auch eine Abberufung des Geschäftsführers auf der Hand liegend. Denn das Versagen liege im konzernweiten Controlling, in der internen Revision und bei der finanziellen Absicherung der Bühnengesellschaften, also bei allen Kernaufgaben der Holding im Einflussbereich des strategischen Leiters.

Schließlich soll Ostermayer dem Nationalrat noch darstellen, in welcher Form man den Bilanzverlust, der im Jahresabschluss 2012/2013 8,3 Millionen Euro betragen soll, sowie die Steuernachzahlungen von bis zu fünf Millionen zu kompensieren gedenkt. Konkret wird der Minister ersucht bekannt zugeben, wie er zu einer Schließung der "Jungen Burg" bzw. des "Kasino" steht, sowie, ob man an einen Verkauf von Immobilien im Eigentum der Bundestheater denkt.

Die Antworten Ostermayers folgen noch heute Nachmittag. Die "Dringliche" wird ab ungefähr 15.30 Uhr im Nationalrat debattiert.

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