Burger gegen Wurstsemmel, McDonald´s gegen Fleischhauer – das ist Brutalität

Burger gegen Wurstsemmel, McDonald´s gegen Fleischhauer – das ist Brutalität

Mit seiner Werbekampagne „Das bekommen Sie um 1 €“ hat McDonald´s die Gemüter der Österreicher bewegt – aber anders als geplant: Es formierte sich Widerstand gegen die Verunglimpfung der bewährten Wurstsemmel durch den Fast-Food-Konzern. Mit Erfolg: Die Kampagne wurde gestoppt.

Oft sind es die kleinen Dinge, die das Image eines Unternehmens beeinflussen. Zum Beispiel eine Wurstsemmel. Diese Speise, ohne Übertreibung als eines der liebsten Nahrungsmittel der Österreicher zu bezeichnen, sorgt derzeit für Aufruhr bei McDonald´s. Dabei hat der Fast Food-Konzern keineswegs die Mixtur aus Semmel, Wurst und (möglichst auch) Gurkerl ins Portfolio genommen, sondern im Gegenteil eine Werbekampagne gestartet, bei der diese Wurstsemmel nicht ganz so gut wegkam.

Die jüngste Werbeidee von McDonald´s ist nämlich folgende: Um auf den Niedrigpreis seiner Burger hinzuweisen, wurden diese ausgerechnet mit Wurstsemmeln verglichen. In einem TV-Spot bekommt der Käufer bei Kauf einer Ein-Euro-Semmel ein Produkt mit wenig Inhalt, während ein Burger um einen Euro ungleich mehr bieten würde. Und in Plakaten wird ein mickriges Ein-Euro-Wurstsemmerl mit einem appetitlichen, großartigen Burger verglichen.

Aufruhr im Wurstsemmel-Land

Das sorgt für Aufruhr im Wurstsemmel-Paradies Österreich. Auf Social Media-Plattformen wie Facebook hat sich eine Protestbewegung gegen die angebliche Verunglimpfung dieser beliebten Jause gebildet. Vor allem die Werbebotschaft, um einen Euro bekäme man keine ordentliche Semmel, löst Reaktionen aus – zum Beispiel beim Fleischhauer Johannes Gugerell aus dem niederösterreichischen Aspang. Er stellte ein Bild auf Facebook, auf dem eine Wurstsemmel um rund Euro dargestellt ist, die deutlichen Mehrwert bietet als die von McDonald´s gezeigte, mickrige Werbesemmel. Soviel Wurstsemmel gibt es bei uns um € 1,-! schriebt Gugerell dazu. Seine Erklärung: „Eine Semmel vom Bäcker um 40 Cent, ein Gurkerl um 9 Cent, 50 Gramm Extrawurst um 10,90 Euro je Kilogramm, das sind also 54 Cent und zusammen kostet die Wurstsemmel 1,03 Euro.“

Auch andere Poster stellen Bilder online, auf denen Wurstsemmeln im Ein-Euro-Bereich mit den Werbesujets verglichen werden. Stets zeigt sich, dass die Werbebotschaft vom überschaubaren Inhalt einer Semmel nicht dem Praxistest standhält. Wie reagiert McDonald´s? Sprecherin Ursula Riegler zu format.at/trend.at: „Mit der Werbung möchten wir nicht provozieren, sondern durch einen plakativen und humorvollen Vergleich die besondere Preiswürdigkeit unseres Angebots dramatisieren.“ Die aktuelle Kampagne solle einfach das „1x1-Angebot“ und den neuen Ein-Euro-Burger (Ranchburger) unterstüzten. „Sie zeigt in einer Gegenüberstellung, dass man oft um einen Euro nicht mehr viel bekomme“, so Riegler weiter. Das bedeute aber „absolut“ nicht, dass es nicht in Österreich Wurstsemmeln um einen Euro gäbe.

Den guten Ruf verteidigen

Tatsache ist: Die Österreicher fürchten offenbar um den guten Ruf der Wurstsemmel. Nach diversen angeblichen Attacken der EU auf Käsekrainer, Marillen und andere Bestandteile unserer nationalen Identität könnte sich nun ausgerechnet ein Fast-Food-Gigant an rot-weiß-roter Imageware vergreifen. Im Internet nennt sich das unpassenderweise „Shitstorm“, was über McDonald´s hereingebrochen ist. Das ist dem Konzern durchaus bewusst, wie Sprecherin Riegler sagt: „Wir führen mit unseren Fans in den Social Media-Kanälen von Beginn an einen sehr offenen Dialog. Auch bei diesem Thema.“ Diese Kanäle seien eine sehr wichtige Form, mit den Gästen zu kommunizieren und Feedback einzuholen.

Die Kampagne wurde laut Eintrag auf Facebook in der Nacht von gestern auf heute (Freitag) beendet. Man habe nicht damit gerechnet, dass diese Werbung so polarisiere und man wolle ein Zeichen setzen, „um die Wogen zu glätten“. Ein Etappensieg für die Wurstsemmel über den Burger? Indes ist auf der Website von McDonald´s Freitag mittags der Wurstsemmel-Burger-Vergleich noch immer zu sehen.

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