Blauer Internet-Wahnsinn...

Blauer Internet-Wahnsinn...

In einer laut Nachrichtenmagazin "News" nicht-öffentlichen Facebook-Gruppe sollen nicht nur politische Gegner von der FPÖ aufs Derbste beschimpft worden sein, auch rechtsradikale bzw. antisemitische Postings sollen sich darauf befinden.

Unter den knapp 150 Mitgliedern befinden sich laut Vorausbericht auch Bundesparteiobmann-Stellvertreter sowie Nationalrats- und Landtagsabgeordnete.

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl hat in der Zwischenzeit die am Mittwoch "via 'News' getätigte Behauptungen bezüglich der Facebook-Gruppe 'Wir stehen zur FPÖ'" als "Anschüttungen" zurückgewiesen. Diese Seite sei keine offizielle FPÖ-Seite, sondern eine Privatinitiative. Es habe keinen aktiven Beitritt der "medial angegriffenen" Funktionäre - darunter der Parteichef-Stellvertreter Johann Gudenus - gegeben und sie hätten sich nicht aktiv an Diskussionen in dieser Gruppe beteiligt, stellte Kickl klar.

Die Vorwürfe beschränkten sich darauf, "freiheitliche Funktionäre dadurch anzuschütten, dass man ihnen das angebliche Lesen von Einträgen zum Vorwurf" mache - und gingen "völlig ins Leere". Kickl sieht in dem "News"-Bericht eine "konzertierte Aktion von linken Agitatoren im laufenden Wahlkampf". Aus seiner Sicht ist "nicht auszuschließen, dass Kreise im Umfeld der angeblichen Aufdecker ihrer eigenen Geschichte etwas nachgeholfen hätten".

Ohne Worte

"Der ganze Muslime-Scheißhaufen gehört mit Benzin übergossen und angezündet, die Benzinkosten übernimm selbstverständlich ich", soll laut "News" in der nicht öffentlichen Facebook-Gruppe gepostet worden sein. Oder: "Diese Kameldreckfresser gehören ALLE ausradiert, ohne Ausnahme!" Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) soll als "echtes rotes Schwein" beschimpft worden sein, das "ins Grab hinein" gehöre. Administratorin soll eine FP-Gemeinderätin aus Bad Fischau sein.

Die politischen Mitbewerber reagierten empört auf das Bekanntwerden der Seite: FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache müsse sich umgehend davon distanzieren "und die rechten Hetzer ihrer Ämter entheben", sagte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos in einer Aussendung. Den Koalitionspartner ÖVP forderte er auf, eine Zusammenarbeit mit den Freiheitlichen nach der Nationalratswahl auszuschließen.

FPÖ-Funktionäre und Abgeordnete "treffen sich in einer geheimen Facebook-Gruppe, um sich dort mit Hetz- und Hassbotschaften aufzumunitionieren und predigen dann öffentlich Nächstenliebe", kritisierte der Grüne Karl Öllinger. "Das ist Wählertäuschung pur."

ÖVP-Generalsekretär Rauch fordert Stellungnahme

Auch ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch fordert die FPÖ-Spitze auf, "Stellung zu beziehen" dazu, dass hochrangige FPÖ-Funktionäre in der hetzerischen Facebook-Gruppe "Wir stehen zur FPÖ" regelmäßig posten würden. Dies sei "beschämend" und "Religionsverhetzung ist zutiefst abzulehnen", erklärte er Mittwoch in einer Aussendung. Die Politik müsse "gemeinsam dieser Art der Herabwürdigung anderer Glaubensrichtungen entgegentreten".

Die von der SPÖ geforderte Distanzierung von der FPÖ als Koalitionspartner kam von Rauch nicht. Aber er betonte: Die ÖVP verurteile "derartiges Gedankengut und Religionsfeindlichkeit sowie diese abscheuliche Verhetzung zutiefst". Es mache "fassungslos, Religionen und damit Gläubige auf derart brutale Weise herabzuwürdigen. Zumal hier Menschenrechte verletzt werden." Religionsgemeinschaften stünden zunehmend vor neuen Herausforderungen, da sich die Gegner von Religionen immer brutaler und aggressiver verhalten würden. Dem müsse man, so Rauch, entschieden entgegenwirken und klar machen, "dass so etwas nicht toleriert wird".

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