Bernhard Felderer: "Gearbeitet wie ein Irrer"

Bernhard Felderer: "Gearbeitet wie ein Irrer"

Chef des Institus für Höhere Studien wurde 1991 bestellt - Lobeshymnen von Fekter und Nowotny.

"Das IHS war die größte Herausforderung in meinem Leben, es war der Höhepunkt meines Lebens" - so lautet die Bilanz von Bernhard Felderer über seine gut zwei Jahrzehnte an der Spitze des Instituts für Höhere Studien. "Ich habe gearbeitet wie ein Irrer, und es war eigentlich immer schön", sagte der scheidende IHS-Chef am Dienstagabend bei einer Veranstaltung zu seinen Ehren im Parlament in Wien.

An die Spitze des IHS wurde Felderer 1991 bestellt. "Man hat mir nicht getraut und mir zuerst einen Vertrag von einem Jahr gegeben", erinnert er sich. Er sei dann auch in einige Fettnäpfchen getreten. Wo die Fettnäpfchen stehen und wie sie zu vermeiden seien, habe ihm Heinrich Neisser klargemacht, der frühere Zweite Nationalratspräsident und jetzige Präsident des IHS-Kuratoriums. Er hätte lernen müssen, dass man in Österreich zwar seine Meinung sagen könne, "aber man kann nicht alles und immer sagen".

Gelobt wurde Felderer von den Festrednern mehrfach als Österreichs Mahner in Geldsachen, so auch von Finanzministerin Maria Fekter. "Ich weiß, es ist leichter, mit dem Mainstream zu schwimmen, aber man muss im Auge behalten: Was tut dem Land gut?". Das habe sie bei Felderer gelernt. "Er war nicht immer einfach - einer der renommiertesten, wenn nicht überhaupt der renommierteste Kritiker der österreichischen Politik." Ohne Felderer "wären wir wahrscheinlich im Keynesianismus versunken", so Fekter. Die Ministerin sprach auch die Rivalität zwischen den Forschungsinstituten Wifo und IHS an. Ihre Prognosen hätten nie übereingestimmt, Felderers Voraussagen seien aber immer optimistischer gewesen. "Das schätzt die Wirtschaft." Die Prognosen der beiden Institute seien nie punktgenau gewesen, "in der jüngeren Vergangenheit war aber das IHS immer näher dran als das Wifo".

Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny, der seinerzeit Felderers Bewerbung für die IHS-Führung unterstützt hatte, lobte einerseits Felderers "wissenschaftliches Ehrgefühl" und seine "wissenschaftliche Nüchternheit". Er habe dem IHS aber auch finanzielle Stabilität gebracht, was wie bei vielen wissenschaftlichen Instituten außerordentlich wichtig sei. Dass er um das finanzielle Wohlergehen seines Instituts bemüht ist, bestätigte der scheidende IHS-Chef auch heute. Die Nationalbank sei für das IHS immer wichtig gewesen, sagte Felderer, "lange Zeit war der Gouverneur der Nationalbank auch der Präsident des IHS. Wenn die Subvention erhöht wird, können wir wieder darüber reden."

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Wirtschaft

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Politik

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Slideshow
Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich

Wirtschaft

Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich