Begas-Affäre: Auch Schweifer parkte Geld in Liechtenstein

Begas-Affäre: Auch Schweifer parkte Geld in Liechtenstein

Nachdem vor einigen Monaten bekannt geworden ist, dass der ehemalige Vorstand Rudolf Simandl unter anderem 14 Millionen Euro in Liechtenstein gehortet haben soll, wird nun bekannt, dass auch sein damaliger Vorstandskollege Reinhard Schweifer dort Geld geparkt haben soll.

Das berichtet das Nachrichtenmagazin " News " in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Insgesamt soll es sich um 463.000 Euro handeln - laut dem Bericht der Gesamtanschaffungswert zweier Versicherungspolizzen in Liechtenstein.

Die "Financial Intelligence Unit" der Liechtensteiner Landesverwaltung soll das Innenministerium und die Staatsanwaltschaft Vaduz vor kurzem über die beiden Polizzen von Schweifer in Kenntnis gesetzt haben. In eine Polizze aus dem Jahr 2002 seien 363.000 Euro eingebracht worden, in die zweite aus 2005 100.000 Euro.

Fraglich sei nun, woher dieses Geld stamme. Einem Anlassbericht der Kriminalabteilung Burgenland sei laut "News" zu entnehmen, dass die Ermittler dem Verdacht nachgehen würden, dass das Geld aus Untreuehandlungen im Zusammenhang mit einem Cross-Border-Leasing-Geschäft der Begas aus dem Jahr 2002 stammen könnte, "wo ja der Verdacht festgestellt wurde, dass möglicherweise eine hohe Provisionssumme an die damaligen Vorstände der Begas ausbezahlt wurde". Darum wurde nun um die Erlassung einer Kontenöffnungsverfügung für alle Konten im Einflussbereich Schweifers ab 1. Dezember 2001 bei der Raiffeisenlandesbank Burgenland ersucht.

Schweifer war vor nahezu exakt einem Jahr, am 6. Juni 2012, als bereits zurückgetretener BEWAG-Vorstand nachträglich aufgrund von Ergebnissen einer Begas-Sonderprüfung fristlos gekündigt worden. Er saß mit Simandl beim Gasversorger Begas in der Vorstands-Etage. Mit 1. Jänner 2011 wurde Schweifer Vorstand der BEWAG. Beide Unternehmen sind mittlerweile zum Landesunternehmen Energie Burgenland verschmolzen.

Die Sonderprüfung zur Auftragsvergabe ist laut Pressesprecher der Energie Burgenland noch nicht abgeschlossen. Es werde vermutlich keinen Zwischen- sondern sofort einen Endbericht geben. Wann dieser fertig sein wird, sei allerdings noch unklar.

Schweifer: "Entspricht nicht den Tatsachen"

Schweifer hat am späten Mittwoch in einer Aussendung dann Stellung zu den angeblich in Liechtenstein geparkten 463.000 Euro aus zwei Versicherungspolizzen bezogen: "Aktuelle Medienberichte über Provisionen im Rahmen von Cross-Boarder-Leasing-Geschäften entsprechen nicht den Tatsachen." Außerdem gab er an, dass er die beiden Polizzen in Liechtenstein - mit dem Gesamtanschaffungswert der 463.000 Euro - mit einem Kredit bzw. persönlichen Ersparnissen finanziert habe.

"Meine beiden Versicherungspolizzen sind Standardlebensversicherungen einer Liechtensteinischen Versicherungsgesellschaft. Die Polizze aus dem Jahr 2002 über 363.000 Euro habe ich mit einem Kredit finanziert. Dieser Kredit läuft noch immer und wird von mir ordnungsgemäß abbezahlt. Die Polizze aus dem Jahr 2005 ist mit einem Einmalerlag aus meinen persönlichen Ersparnissen finanziert. Ich habe diese Informationen selbstverständlich auch den Vertretern des Landeskriminalamtes aktuell zur Verfügung gestellt und konnte damit einen allfälligen Verdachtsmoment ausräumen", so Schweifer.

Zum Verdacht, dass das Geld aus Untreuehandlungen im Zusammenhang mit einem Cross-Border-Leasing-Geschäft der Begas aus dem Jahr 2002 stehen könnte, erläuterte der Ex-Vorstand in seiner Stellungnahme: "Bei Cross-Boarder-Leasing der BEGAS habe ich, entgegen anderslautender Meldungen in den Medien, keinerlei Provision erhalten." Cross-Boarder-Leasing seien zum damaligen Zeitpunkt bei den Energieversorgern ein übliches Geschäft gewesen und trotz vorzeitigem Ausstieg habe die BEGAS dieses Geschäft mit Gewinn abschließen können.

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