BayernLB: Moody's schlägt Alarm

BayernLB: Moody's schlägt Alarm

Auch verdeutlicht Moody's, wieso die Bayern wie die Löwen in ihrem Staatswappen um die Gelder kämpfen dürften. In der einseitigen Analyse "Dispute with Hypo Alpe-Adria Is Credit negative for BayernLB" heißt es, der Zahlungsstopp aus Österreich würde sich negativ auf die Bayerische Landesbank auswirken, weil dieser die "Kapitalbasis und allgemeine Stabilität bedrohen" würde. Die Hypo wies indes Vorhalte aus Bayern zurück.

Es wäre ein schwerer Rückschlag in den Bemühungen der BayernLB, die "Finanz- und Imageschäden durch den unglücklichen Erwerb der Hypo" hinter ihr zu lassen, so Moody's.

2,3 Milliarden Euro stehen für die Bayern aus Österreich derzeit noch aus. Die Gelder, die in den vergangenen Jahren nach der Hypo-Notverstaatlichung flossen, betragen knapp die selbe Summe.

Moody's kann zwar die Chancen der BayernLB auf einen Sieg im Rechtsstreit mit der Hypo nicht einschätzen, stellt aber fest: "Obwohl sich die BayernLB von der Finanzkrise erholt hat, ist sie noch nicht aus dem Gröbsten heraus". Sollte es auch zur Rückzahlung bisher geflossener Gelder aus Österreich kommen, stelle der Anspruch von insgesamt 4,6 Mrd. Euro der Hypo "eine große Bedrohung für die BayernLB und ihre Kapitalposition dar".

Eine Klage auf Rückzahlung ist schließlich fertig ausgearbeitet, betonte Finanzprokuratur-Präsident Wolfgang Peschorn erst kürzlich. Ein Hypo-Sprecher betonte am Donnerstag erneut, "das Geld heißt zwar Eigenkapitalersatz, ist aber ein Kredit und bleibt auch einer". Die Hypo sehe die Gelder unter Anwendung des Eigenkapitalersatzgesetzes (EKEG) aber als Nachrangkapital, das man zurückzahle, wenn andere Verpflichtungen befriedigt seien.

Das sei deshalb richtig, weil die Hypo "nicht nachhaltig saniert ist, heuer 1,5 Mrd. Euro vom Staat benötigt hat, für die im nächsten Budget 700 Mio. Euro zurückgestellt werden, nicht zu vergessen die notleidenden Kredite in Höhe von 10 Mrd. Euro" Bilanzfälschungen vorzuwerfen sei falsch, weil die Gelder auch immer als Kredite in den Hypo-Bilanzen ausgewiesen worden seien.

Tier 1 Ratio schmilz auf 8,3 Prozent zusammen

Unter der Annahme einer vollständigen Abschreibung könnte das Tier 1-Ratio der BayernLB von 12,6 Prozent "auf schwache 8,3 Prozent sinken - ein Niveau, das die Landesbank destabilisieren würde", schreibt Moody's.

Die Gesamt-Forderung der Hypo - die in der Vorwoche allerdings auf Basis des Eigenkapitalersatzgesetzes von einem reinen Einfrieren der Gelder bis zur Möglichkeit der Rückzahlung nach der Bedienung anderer Rückzahlungsverpflichtungen gesprochen hatte - belaufe sich fast auf die Höhe der Summe von 5 Mrd. Euro, die die BayernLB wegen der Finanzhilfen in der Krise bis 2019 an den Freistaat Bayern zurückzahlen muss.

Das "möglicherweise langwierige Gerichtsverfahren" zwischen den Bayern und der ehemaligen Kärntner Landesbank würde weitere Risiken bergen, so Moody's. Das Verfahren würde der BayernLB auch wertvolle Ressourcen in Sachen ihrer laufenden Neuausrichtung rauben. Die Kärntner Hypo wird von Moody's nicht geratet.

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