BayernLB vs. Hypo – langsam wird's lächerlich

BayernLB vs. Hypo – langsam wird's lächerlich

Die Hypo Alpe Adria hält den Schritt der BayernLB zwar für unzulässig, sieht ihn aber trotzdem gelassen. Denn die 2008 gewährte Kreditlinie wäre Ende 2013 ohnehin ausgelaufen. Die Streichung Ende Februar sei daher eher ein symbolischer Akt, so ein Sprecher am Dienstag zur APA. Das Geld habe man nicht gebraucht.

Die BayernLB hat mit dieser Maßnahme darauf reagiert, dass die Hypo 2,4 Mrd. an Darlehen, die die BayernLB ihrer damaligen Tochter gewährte, nicht zurückzahlt. Die Hypo argumentiert das damit, dass das Geld in der damaligen Krise Eigenkapital gleichzusetzen sei, auch wenn es formal ein Kredit war.

Die BayernLB hat dagegen in München geklagt. In ihrer von "News" zitierten Klagserwiderung schreibt die Hypo nun, dass die Kredite und Beteiligungen der Kärntner Bank Ende 2008 um 920 Mio. Euro überbewertet waren. Wären alle Positionen richtig bewertet worden, dann wäre das Eigenkapital der Bank von Jänner bis November 2008 sowie im Dezember 2009 unter die gesetzliche Mindesterfordernis von acht Prozent gerutscht. Damit hätte die Mutter auf jeden Fall die Pflicht gehabt, Kapital nachzuschießen, deshalb seien die Darlehen der Jahre 2008 und 2009 nicht als "fremdübliche Kredite, sondern als eigenkapitalersetzende Maßnahmen des damaligen Mehrheitseigentümers" zu bewerten, wird CSI-Hypo-Chef Georg Krakow zitiert. Die BayernLB bestreitet dies.

Die Hypo verweist laut "News" auf 21 ausgewählte Fälle, deren falsche Bewertung zum 31. Dezember 2007 eine Überbewertung von rund 520 Millionen Euro und zum 31. Dezember 2008 von rund 699 Millionen Euro ergeben hätten. Rechne man die Überbewertung von Beteiligungen dazu, käme man Ende 2008 auf 920 Millionen Euro Überbewertung.

Chance auf Schadenersatz für die Bayern steigt

Das Landgericht München hat derweil der BayernLB Chancen auf Schadenersatz von ihren früheren Vorständen eingeräumt. Richterin Isabel Liesegang erklärte am Dienstag, sie werde ein Gutachten aus dem Strafverfahren heranziehen, in dem bescheinigt wird, dass die BayernLB seinerzeit für die österreichische Hypo Group Alpe Adria "mindestens 200 Millionen Euro" zu viel bezahlt habe. Dies würde für "ein Vorliegen eines Schadens sprechen". Der Zivilprozess zieht sich noch hin. Der nächste Termin ist für November angesetzt, eine weitere Beweisaufnahme wird erwartet.

Wegen des Fiaskos beim Kauf der Hypo verlangt die BayernLB von den ehemaligen Vorständen 200 Millionen Euro Schadenersatz. Den Gesamtschaden beziffert das Kreditinstitut auf 3,4 Milliarden Euro. Die Beklagten weisen den Vorwurf der Fahrlässigkeit beim Erwerb der Kärntner Bank zurück. Drei von acht verklagten Vorständen könnten nach früheren Aussage der Richterin aus dem Schneider sein. Die BayernLB gewährte den Managern Michael Kemmer, Rudolf Hanisch und Theo Harnischmacher im Rahmen ihrer Aufhebungsverträge Dispens für mögliche Fahrlässigkeiten in der Vergangenheit.

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