Bank Austria: Online-Desaster wird zum Dauerzustand

Bank Austria: Online-Desaster wird zum Dauerzustand

In der Bank Austria herrscht seit dem Nationalfeiertag Ausnahmezustand. Die IT-Systemumstellung und danach umfangreiche Pannen im Onlinebanking und elektronischen Zahlungsverkehr setzen neben hunderttausenden betroffenen Kunden und gestressten Bankmitarbeitern auch Manager gehörig unter Druck - in den Onlineforen zeigen die Daumen durchwegs nach unten.

Ein Routineaufsichtsrat, der am Montagnachmittag hauptsächlich einige Vorstandsbestellungen bzw. Verlängerungen durchwinken sollte, war in weiten Teilen von den Problemen überschattet. Derweil fungieren Schaltermitarbeiter als "Automatenersatz". Auch auf Facebook mühen sich Verantwortliche der Bank, genervte User zu beruhigen und sich ein ums andere Mal für die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. "Wir arbeiten mit Hochdruck an der Behebung".

Wie angekündigt hat die Bank Austria mit heutigem Aufsichtsratsbeschluss Helmut Bernkopf per 1. Jänner 2013 zum Mitglied des Vorstandes für Privat- und Firmenkunden bestellt. Zudem wurde das Vorstandsmandat von Personalvorstand Doris Tomanek (Human Resources Österreich & Zentral- und Osteuropa) für weitere drei Jahre bis 6. Mai 2016 verlängert. Der Beschlüsse erfolgten einstimmig.

Die Bank versicherte heute neuerlich, für Schäden aufkommen zu wollen. Auf Facebook und in hunderten Postings lassen Onlinekunden ihrem Frust freien Lauf, auch am Montag. Mancher kommt gar nicht bis zum Login, viele stürzen in kurzen Zeitfenstern während der Transaktionen ab. Buchungen könnten nicht überprüft werden, man wisse nicht, ob Versicherungszahlungen angekommen seien, kritisieren etliche, und auch die ungewohnte Oberfläche und der Zeitverlust ermüden."Jetzt gibts slow banking", ätzen Witzbolde. Und man sei gespannt, wie es mit den Finanzamtszahlungen zum 15. sein werde. "Diese Software ist ein Scherz", befand Gerhard K.. Nachsatz: "Das wars BACA, sucht euch andere Deppen, die damit klar kommen wollen."

Beschwichtigungen der Bank Austria

"Wir haben nach wie vor nicht unser gewohntes Servicelevel", sagte Banksprecher Martin Halama am Montag zur APA. "Wir arbeiten Tag und Nacht daran." Gerüchte, die Bank hätte es verabsäumt, die EDV-Umstellung zu stoppen, als sich abzeichnete, dass der Umstellungstermin nicht zu halten sei, wurden als falsch zurückgewiesen. Ein System dieser Größenordnung sei im Testbetrieb nicht eins zu eins zu simulieren, meinte der Sprecher heute. Die Tests seien, so die Bank, reibungslos verlaufen, die jüngsten Fehlerbilder in den Probeläufen nicht sichtbar gewesen.

Kundenbetreuer hatten in den Filialen tagelang alle Hände voll zu tun, um als "Automatenersatz" Überweisungen zu tätigen. Die ärgsten Probleme im Onlinebanking sollen mittlerweile behoben sein, viele Nutzer sind noch mit den neuen Oberflächen überfordert. Ansonsten wurde bei der Bank Austria heute eingeräumt, dass es "bei bestimmten Kombinationen von Browsern und Providern immer wieder Verbindungsprobleme gibt."

Die Bank bekräftigte, dass betroffenen Kunden aus den Pannen keine materiellen Nachteile entstehen werden, Mahnspesen würden refundiert, auch aus Überziehungszinsen nach stecken gebliebenen Überweisungen sollen Bankkunden keine Lasten zu tragen haben.

Umstellungsgeschädigten Kunden sagt die Bank "individuelle Lösungen" zu. Es könne keine Generallösung geben. Federführend werde dies die Ombudsstelle der Bank abwickeln. Ob es in der Bank Konsequenzen geben wird? Der Focus, so der Sprecher, liege auf der Problembehebung.

Die Bank Austria hat zur Pannenhilfe mehrere Hotlines installiert:

ElectronicBanking Support

Tel.: 050505 - 26200*

Montag bis Freitag: 07:30 - 18:00 Uhr.

Technisch orientierte Anfragen zum ElectronicBanking/BusinessLine für Firmenkunden.

Email: electronic.banking@unicreditgroup.at

OnlineBanking und MobileBanking

Tel.: 050505 - 26100*

Hilfestellung rund um OnlineBanking im Internet und Kontoabfragen via Handy, weiters Musterdepot und Watchlist im Bereich Börsen & Märkte.

Email: online.banking@unicreditgroup.at

BusinessNet Support

Tel.: 050505 - 26500*

Montag bis Freitag 07:30 - 18:00 Uhr.

Für inhaltlich sowie technisch orientierte Fragen zum Banking-Portal für Firmenkunden.
Email: support.businessnet@unicreditgroup.at

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