Backhausen kämpft ums Überleben

Backhausen kämpft ums Überleben

Traditionsreiches Textilunternehmen braucht dringend einen Investor - am Montag soll Scheich Al Jaber Details seiner Beteiligung verraten.

Dem Textilunternehmen Backhausen ist der Faden gerissen. Einst stattete der Familienbetrieb Wiener Repräsentationsbauten wie die Staatsoper, das Parlament und das Kaiserhaus aus, woraufhin ihm 1888 der Titel "K. & K. Hoflieferant" verliehen wurde, nun musste ein Investor an Bord, um das Überleben zu sichern.

Morgen, Montag, will der austro-saudische Scheich und Investor Mohamed Al Jaber die Hintergründe seiner Beteiligung an Backhausen erläutern. Eigentlich wollte er das schon am Freitag tun, doch er sagte kurzfristig ab.

Mit Fristen nimmt es der Araber mit österreichischer Staatsbürgerschaft ohnehin nicht so genau. Im vergangenen Jahr machte er mit zahlreichen verzögert eingelösten Zahlungsversprechen von sich reden. Laut dem Nachrichtenmagazin "profil" vorliegenden Informationen ist Al Jaber bis jetzt den überwiegenden Teil seiner vertraglich vereinbarten Zahlungsverpflichtungen gegenüber Backhausen schuldig geblieben. Bei der Hypo Niederösterreich, dem größten Backhausen-Gläubiger, wollte man sich dazu laut Bericht nicht äußern.

Die Weltwirtschaftskrise setzte der in der sechsten und siebenten Generation geführten Textilfirma gehörig zu, zahlreiche neue Projekte mussten storniert oder auf Eis gelegt werden. Die Konkurrenz aus Asien verschärfte den Druck. Im Jahr 2010 fuhr das Unternehmen bei einem Umsatz von 11,98 Mio. Euro (nach 12,23 Mio. Euro) unter dem Strich einen Verlust von rund 647.000 Euro ein. Das Betriebsergebnis war mit 546.000 Euro negativ, nachdem es im Jahr davor noch 182.000 Euro ausmachte.

2011 musste Backhausen die Notbremse ziehen und arbeitete ein Kostensenkungsprogramm aus. Im Mai 2011 wurde es den Banken präsentiert. "Gemeinsam mit den Finanzpartnern wurde ein Finanzierungskonzept erstellt, welches auch unter der Annahme eines worst-case Szenarios sicherstellt, dass ausreichend Finanzmittel verfügbar sind, um die Liquidität des Unternehmens für das Geschäftsjahr 2011 und darüber hinaus jedenfalls bis Ende September 2012 sicherzustellen", hieß es im Geschäftsbericht für das Jahr 2010. Im Laufe des Jahres 2011 seien weitere Finanzierungsrahmen von der Hausbank zur Verfügung gestellt worden. Außerdem sei erneut ein langfristiges Versicherungsdarlehen mit einer fixen Verzinsung aufgenommen worden.

Im Testat für 2010 hielt der Wirtschaftsprüfer Deloitte fest: "Ohne den Bestätigungsvermerk einzuschränken, weisen wir darauf hin, dass der Fortbestand der Gesellschaft wesentlich davon abhängt, ob der im Jahr 2011 festgelegte Restrukturierungsplan sowie die Maßnahmen im Zusammenhang mit der Finanzierung der Gesellschaft in den Jahren 2011 und 2012 umgesetzt werden."

Die Firma Karl Backhausen & Co wurde 1849 gegründet. In der 1870 errichteten Fabrik in Hoheneich im Waldviertel werden nach wie vor Möbel- und Dekostoffe produziert. Die Verkaufszentrale befindet sich heute in der Schwarzenbergstraße im 1. Wiener Bezirk. Backhausen stattet Hotels, Schlösser, Theater- sowie Konzerthäuser aus und beliefert den Fachhandel. Exportiert wird in 40 Länder. 2010 beschäftigte die Stoffproduzentenfamilie 107 Mitarbeiter.

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