Ausgebremst und ausgestoppt

Ausgebremst und ausgestoppt

Wer sich in Sachen Pensionen auf die Versprechungen der Politiker verlässt, muss mit einem bösen Erwachen rechnen. Das zeigte sich heuer bei der Halbierung der Prämie für die Zukunftsvorsorge von 8,5 auf 4,25 Prozent.

1,6 Millionen Kunden müssen jetzt tatenlos zusehen, wie die Rendite der einst propagierten Wunderwaffe gegen sinkende staatliche Pensionen immer mehr gegen die Wand gefahren wird. Ein vorzeitiger Ausstieg aus den prinzipiell lebenslangen Verträgen ist schwierig und führt außerdem zur Nachberechnung der KESt und zum Verlust der halben Prämien. Immerhin hat jetzt die Arbeiterkammer in einem OGH-Urteil erreicht, dass Kunden generell nach zehn Jahren ein Kündigungsrecht haben und damit zumindest den Anbieter wechseln können.

Ertragslos bis zum Ende

Ein derartiger Wechsel kann durchaus Sinn machen. Die einzelnen Produkte meisterten nämlich die Finanzkrise höchst unterschiedlich. Die gesetzliche Vorschrift einer Mindest-Aktienquote von bis zu 30 Prozent führte im Börsencrash ab dem Jahr 2008 zu starken Kursverlusten und im Extremfall zur kompletten Eliminierung der ertragswirksamen Aktienquote. Ein derartiges Produkt ist der Zukunftsvorsorge-Fonds Espa Vorsorge Classic03, bei dem im Herbst 2008 die Notbremse gezogen wurde und seitdem der Kurs weit unter ursprünglichem Niveau nur noch seitwärts marschiert (siehe Grafik).

Andere Produkte zeigen noch mehr Lebenszeichen, wenn auch in überschaubarem Rahmen. So hat zum Beispiel ein Kunde der Wiener Städtischen bei Vertragsstart im Jahr 2003 eine Veranlagungsrendite von 0,73 Prozent pro Jahr erzielt, wobei die staatliche Prämie noch dazukommt. Sollte die Entwicklung weiter wie bisher verlaufen, könnte ein Kunde, der einen 20-jährigen Vertrag abgeschlossen hat, am Ende auf eine Durchschnittsrendite von 1,8 Prozent kommen. Im optimistischen Fall, dass die Wiener Börse wieder anspringt und der ATX auf einen Höchststand klettert, werden inklusive Prämie 2,6 Prozent Gesamtrendite pro Jahr prognostiziert. Dabei fettet die Prämie den Ertrag um etwa ein halbes Prozent auf.

Information Mangelware

Welche Ertragschancen der eigene Vertrag noch hat, ist für den einzelnen Kunden kaum durchschaubar. Rudolf Mittendorfer, Obmann der Wiener Versicherungsmakler: "Die Informationen sind oft ziemlich wischi-waschi. Angeblich ist der Vertrag nicht ausgestoppt, aber im Kleingedruckten steht dann doch, dass die aktive Aktienquote nur drei Prozent beträgt. Den Kunden wird auch oft erzählt, dass schon die Inanspruchnahme der Kapitalgarantie ein Riesenerfolg ist.“

Trotzdem hält Mittendorfer die Zukunftsvorsorge für ein prinzipiell sinnvolles Produkt, zumal neuere Produktgenerationen schon versuchen, aus den Anfangsfehlern zu lernen. Allerdings sollten Kunden sich vor jedem Vertragsabschluss klar sein, welches Lebensversicherungsprodukt wirklich den eigenen Erwartungen entspricht. Mittendorfer: "Wer an eine kommende Deflation mit noch tieferen Zinsen glaubt, ist mit einer klassischen Lebensversicherung mit einer Mindestverzinsung gut bedient. Wer aber mit einer steigenden Inflation und damit steigenden Zinsen rechnet, für den ist eine klassische Lebensversicherung wie ein Käfig.“

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