Auktion der Mobilfunkfrequenzen: Gebote bei rund zwei Milliarden Euro

Auktion der Mobilfunkfrequenzen: Gebote bei rund zwei Milliarden Euro

Damit bewegen sich die Offerten inzwischen bei knapp dem Vierfachen des Startpreises, den der für den Verkauf zuständige Regulierer RTR auf 526 Millionen Euro festgelegt hatte. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag von einer mit dem Prozess vertrauten Person erfahren hat, waren die Gebote in den jeweils drei bis vier Auktionsrunden pro Tag um zwei bis fünf Prozent gestiegen.

Legt man den Startpreis zugrunde, ergibt sich bei einer konservativen Berechnung daraus ein Volumen von mittlerweile zwei Milliarden Euro. "Es geht in diese Richtung", sagte ein Insider. Die Bieterphase laufe aber noch.

Das tatsächliche Ergebnis wird unter den Höchstgeboten zum Ende der Auktion liegen: Denn zunächst müssen die Teilnehmer in Paketen für mehrere von ihnen gewünschte Frequenzblöcke bieten. Danach geben sie in einer verdeckten Bietphase Offerten für jene Frequenzen ab, die sie tatsächlich wollen. Erst danach entscheidet sich der Preis, der auf jenes Niveau sinkt, bei dem die Anbieter gerade noch als Gewinner für die gewünschten Frequenzen hervorgehen.

Die RTR wollte sich dazu nicht äußern. "Wir geben keinerlei Einschätzungen ab", sagte eine Sprecherin. Die Behörde hatte zuvor lediglich erklärt, im Zuge der ersten Phase werde der Preis in jeder Runde um "ein paar Prozent" steigen.

Die Regulierer hatten die österreichischen Mobilfunkanbieter Telekom Austria, T-Mobile und Hutchison eingeladen, an dem Prozess teilzunehmen. Zu Beginn der Auktion hatte die RTR Frequenzen für einen vierten Teilnehmer reserviert. Von diesem Angebot hatte jedoch kein neuer Anbieter Gebrauch gemacht, wie zwei mit der Situation vertrauten Personen sagten. Ein solcher hätte den Mobilfunkern auf dem ohnehin hart umkämpften österreichischen Markt zusätzlich Konkurrenz gemacht. Die Firmen selbst dürfen ihre Teilnahme an der Auktion nicht bestätigen. Die RTR hatte angedroht, sie sonst aus dem Prozess auszuschließen.

Erlös bereits verplant

Bei der Auktion versteigert Österreich Frequenzen für die vierte Mobilfunkgeneration LTE, mit der Kunden künftig schneller im Internet surfen können. Die bisherige Regierung hatte mit Einnahmen von 600 Millionen Euro gerechnet und das Geld bereits im Budget verplant. Sollte der Erlös höher ausfallen, dürfte das der neuen Regierung höchst willkommen sein. Sie formiert sich nach den Wahlen am vergangenen Wochenende in den kommenden Wochen - und steht vor großen finanziellen Herausforderungen: Problembanken wie die Hypo Alpe Adria benötigen auch in den kommenden Jahren noch milliardenschwere Staatshilfen. Um dennoch wie geplant 2016 ein ausgeglichenes Budget zu erreichen, muss das Geld an anderer Stelle eingenommen werden.

Für die teilnehmenden Mobilfunkfirmen ist ein hoher Verkaufspreis weniger erfreulich: Analysten hatten für den österreichischen Marktführer Telekom Austria mit Kosten von 300 bis 400 Millionen Euro gerechnet. Sollte der Preis darüber liegen, könnte bei dem Konzern der Druck für eine Kapitalerhöhung wachsen. Neben den Kosten für den Kauf der Lizenzen müssen die Firmen auch ihre Netze aufrüsten, um sie für die neue schnellere Mobilfunkgeneration fit zu machen.

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