Aufregung um geplante Magna-Umgliederung

Aufregung um geplante Magna-Umgliederung

Der Autozulieferer will seine Abteilungen in Österreich umgliedern, um durch ere Kollektivverträge die Kosten zu senken. Die Gewerkschaft wird sich dagegen wehren.

Der Autozulieferer Magna soll eine Umgliederung von Abteilungen des Konzerns in Österreich vorhaben, wie der "Standard" (Mittwoch-Ausgabe) berichtete. Hintergrund dürfte eine angestrebte Kostenminderung durch ein Ausscheren beim Metaller-Kollektivvertrag sein - entsprechende Äußerungen waren zu Beginn der Woche von Magna-Europa-Chef Günther Apfalter gekommen. Eine Bestätigung war am Mittwoch von Magna vorerst nicht zu erhalten. Von der Gewerkschaft kam eine Absage an KV-Änderungswünsche.

Die Umgliederung soll in einem internen Strategiepapier festgehalten sein, so der "Standard". Betroffen wäre das Stammwerk in Graz-Thondorf, die Magna Steyr Fahrzeugtechnik. Der Engineering-und der Services-Bereich sollen aus dem Konzern gelöst und in neue Gesellschaften gefasst werden. Dadurch würden die etwa 2.000 Mitarbeiter vom - für das Unternehmen teureren - Kollektivvertrag für die Industrie in den billigeren KV für Gewerbe und Handel fallen. Eine Stellungnahme seitens des Betriebsrates in Graz war vorerst nicht zu erhalten.

Apfalter hatte in einem Gespräch mit dem "Kurier" (Dienstag-Ausgabe) erklärt, er sei absolut für einen Mindestlohn und für die Tarifregelungen. Dass mit dem KV alle "Metaller kollektiv über einen Kamm" geschert würden, sei aber nicht mehr zeitgemäß. "Wenn wir Magna in dieser Form in Österreich erhalten wollen, dann müssen wir die Löhne an die globale Automobilindustrie anpassen und eine individuelle Möglichkeit haben, mit den Gewerkschaften die Löhne zu gestalten". Abhängig vom Ergebnis der KV-Verhandlungen der Fahrzeugindustrie werde man sehen, was man für Magna abschließen könne. Auf die Frage, wie sehr bedroht das Grazer Magna-Werk sei, Apfalter im "Kurier", dass keine aktuellen Produktionen von Graz weg verlagert würden, aber man werde zusammen mit den Kunden entscheiden, wo künftige Modelle produziert werden. So könnte ein Nachfolger-Modell der bestehenden Produktion (u. a. Mini Countryman und Paceman) von einem osteuropäischen Standort kommen. Die europäischen Autohersteller und Lohnfertiger haben mit Absatz- und Auslastungsproblemen zu ringen.

Gewerkschaft will kämpfen

Die Gewerkschaft antwortete laut "Kurier" vom Mittwoch kämpferisch: "Das ist jetzt die 125. Drohung des Magna-Chefs mit der Produktion abzuwandern. Das geht uns zwar langsam auf die Nerven, aber lässt uns kalt", so GPA-djp-Vizevorsitzender Karl Proyer. Einen eigenen Magna-KV werde es "sicher nicht" geben, da könne Abfalter die "Ausgliederungskeule" noch so oft schwingen.

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