AUA-Bodenpersonal stimmt dem neuem Kollektivvertrag zu

AUA-Bodenpersonal stimmt dem neuem Kollektivvertrag zu

Das Bodenpersonal der Austrian Airlines hat mit Drei-Viertel-Mehrheit für einen neuen Kollektivvertrag gestimmt. Eine Standortgarantie bis 2018 und ein Sozialplan wurden festgeschrieben.

Wien/Schwechat. Das AUA-Bodenpersonal hat zu 74 Prozent einem neuen Kollektivvertrag (KV) zugestimmt, sagte der Betriebsratschef Alfred Junghans am Freitagnachmittag zur APA. Er sei von der Zustimmung "positiv überrascht", wissend dass der KV ein Sparpaket sei, so Junghans. AUA-Chef Jaan Albrecht kommentierte: "Mitarbeiter schultern mit ihrem Ja zur Reform einen wesentlichen Teil der Unternehmenssanierung."

Von 7. bis 29. November urteilten die rund 2.600 kaufmännischen und technischen Mitarbeiter der Austrian Airlines über das von Management, Betriebsrat und Gewerkschaft ausverhandelte Paket. Die Wahlbeteiligung lag bei 84 Prozent. Die Frist für die Urabstimmung wurde mehrmals hinaus gezögert. Zuletzt beklagten Techniker die flachere Gehaltskurve. Konkret stimmten 555 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gegen den neuen Kollektivvertrag. Die AUA spart sich laut Junghans im Schnitt an die 10 Mio. Euro pro Jahr.

Für das Votum haben sich Gewerkschaft (GPA-djp) und Boden-Betriebsrat freiwillig entschieden, das Ergebnis wäre somit nicht bindend gewesen - hinter der Urabstimmung steckte aber Kalkül. Der Hintergedanke sei gewesen, dass mit einer hohen Zustimmung und einer ebenso hohen Wahlbeteiligung der Druck auf den Vorstand und den Eigentümer, die deutsche Lufthansa, steige, sagte Junghans heute. "Ab heute können die Personalkosten nicht mehr als Sparziel herhalten", so der Belegschaftsvertreter. Mit der Reform seien auch bestehende Ansprüche und der Standort gesichert worden.

Konkret ist für Wien eine Standortgarantie bis 2018 vereinbart - das betrifft vor allem die Techniker und das Personal an den Schaltern. Laut gemeinsamer Aussendung gibt es dennoch einen Sozialplan für Stellen, die trotz KV-Reform abgebaut werden müssten - "Stichwort Abbau von Doppelgleisigkeiten in der Verwaltung und Technik", wie es heißt.

Für den GPA-Spitzengewerkschafter Karl Proyer, der den KV mitverhandelte, ist es ein Beweis, "dass auch in einer schwierigen Unternehmenssituation die betriebliche und überbetriebliche Sozialpartnerschaft funktionieren kann."




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Der neue Kollektivvertrag gilt ab dem 1. Jänner 2014. Als Eckpunkte gelten eine flachere Gehaltskurve, dafür höhere Einstiegsgehälter und eine Gewinnbeteiligung. Für 2014 soll es eine Einmalzahlung von 1.000 Euro geben, 2015 eine Inflationsabgeltung. Die Jubiläumsgelder werden zwar reduziert, dafür aber früher ausgezahlt. Bei der Abfertigung wird auf eine Mitarbeitervorsorgekasse umgestellt und der neue KV bedeutet auch das "Aus" des für die AUA teuren leistungsorientierten Betriebspensionssystems. Im Gegenzug soll es Abschlagszahlungen geben.

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