Arbeitslosigkeit steigt um 6,9 Prozent

Arbeitslosigkeit steigt um 6,9 Prozent

Die schwache Konjunkturentwicklung belastet weiterhin den österreichischen Arbeitsmarkt.

Die Arbeitslosigkeit ist im Dezember weiter gestiegen und lag damit höher als im Vergleichsmonat des Wirtschaftskrisenjahres 2009. Mit 322.981 Arbeitslosen betrug der Anstieg im Jahresvergleich 6,0 Prozent oder 18.228 Personen. Damit erreichte die Dezember-Arbeitslosigkeit in absoluten Zahlen einen Nachkriegsrekord. Im Dezember 2009 gab es 312.771 Arbeitslose.

Zudem erhöhte sich die Zahl der Schulungsteilnehmer um 6.627 (+11,9 Prozent) auf 62.457. Insgesamt waren damit 385.438 Personen in Österreich ohne Job und damit um 6,9 Prozent mehr als im Dezember 2011. Zum Vergleich: Im Dezember 2009 waren 381.623 Menschen ohne Arbeit.

Die Anzahl der Beschäftigten ist aber in den drei vergangenen Jahren von 3,299 Millionen per Ende Dezember um 4 Prozent auf 3,432 Millionen gestiegen, hieß es aus dem Sozialministerium auf APA-Anfrage. Immer mehr Menschen seien am Arbeitsmarkt, das mache sich bei den Arbeitslosenzahlen bemerkbar. Die nationale Arbeitslosenquote lag im vergangenen Monat bei 8,6 Prozent (Dezember 2009: 8,7 Prozent).

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S) erwartet für 2013 eine "zähflüssige" Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die Kurzarbeit werde aber nicht so stark steigen wie im Krisenjahr 2009, sagte er im Ö1-"Mittagsjournal" des ORF-Radio. Derzeit seien rund 2.800 Mitarbeiter in 30 Betrieben in Kurzarbeit. Sorgen bereiten Hundstorfer die "überproportional vielen Teilzeitstellen" in Österreich. Als erfreulich bezeichnete er den Rückgang der Arbeitslosigkeit um 2,7 Prozent bei den 15- bis 19-jährigen Berufseinsteigern.

Die Gewerkschaft wünscht sich angesichts der gestiegenen Arbeitslosenzahlen mehr Ressourcen für das Arbeitsmarktservice (AMS): "Österreich braucht mehr Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik - und mehr Unternehmer, die ältere Menschen einstellen beziehungsweise ältere Arbeitnehmer nicht kündigen", betonte ÖGB-Präsident Erich Foglar in einer Aussendung. Die Industriellenvereinigung fordert von der Regierung rasche "Optimierungsmaßnahmen zur Stärkung des österreichischen Industrie-und Arbeitsstandorts", etwa die geplante Bildungsteilzeit. Auch durch die Senkung der Arbeitszusatzkosten könnte die Beschäftigung gefördert werden.

Die FPÖ verwies auf die Versäumnisse des heimischen Bildungssystems im Hinblick auf die Arbeitsmarktintegration: "Es ist nicht Aufgabe des Sozialministeriums dauerhaft die Versäumnisse des Bildungssystems zu flicken", so FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl. Auch das BZÖ will im Schulsektor ansetzen und eine fordert von der Regierung eine "hoch qualifizierte Berufsausbildung für Jugendliche". Das Team Stronach sieht dringenden Reformenbedarf beim Bundesbudget, damit Mittel "freigespielt werden, um diese unerfreuliche Entwicklung mit fast 400.000 Arbeitslosen abfangen zu können".

Der deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember hat am stärksten die Industrieländer Oberösterreich (+9,2 Prozent) und Steiermark (+8,0 Prozent) getroffen. Am niedrigsten fiel die Zunahme in Niederösterreich (+4,7 Prozent) und in Wien (+4,9 Prozent) aus.

Langzeitarbeitslose, behinderte Personen und Ausländer waren vom Anstieg der Arbeitslosigkeit am stärksten betroffen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1.731 Personen (+36 Prozent) auf 6.546. Bei behinderten Personen wurde ein Zunahme um 15 Prozent auf 8.412 verzeichnet. Die Zahl der arbeitslosen Ausländer erhöhte sich um 11,7 Prozent auf 76.086 Personen. Zum Vergleich: Arbeitslos gemeldet waren 246.895 Inländer (+4,3 Prozent).

Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen fiel bei Männern (+6,8 Prozent) stärker aus als bei Frauen (+4,6 Prozent). Bei Personen über 50 Jahre gab es einen Zuwachs von 9,3 Prozent, bei Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) von 3,2 Prozent. Demografisch bedingt steige die Arbeitslosigkeit bei Älteren stärker als bei Jugendlichen, erklärte das Sozialministerium. Bei Arbeitsmarkteinsteigern zwischen 15 und 19 Jahren sei die Arbeitslosigkeit mit minus 2,7 Prozent sogar rückläufig.

Ein besonders starker Anstieg der Arbeitslosigkeit wurde im Gesundheits- und Sozialwesen (+12,4 Prozent) und bei Leiharbeitern (+8,0 Prozent) registriert. Auch im Tourismus (+7,1 Prozent) und in der Bauwirtschaft (7,0 Prozent) fiel die Zunahme überdurchschnittlich aus. Der frühe Wintereinbruch und die niedrigen Temperaturen in der ersten Dezemberhälfte haben die Bauwirtschaft getroffen, so das Sozialministerium. Mit 3.944 mehr Arbeitslosen (+7,0 Prozent) entfalle mehr als ein Fünftel der steigenden Arbeitslosigkeit auf die Baubranche. Im Handel (+2,8 Prozent) hingegen erhöhte sich die Arbeitslosigkeit nur unterdurchschnittlich.

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