Alpine Bau – Wie es mit den Baustellen weitergeht

Alpine Bau – Wie es mit den Baustellen weitergeht

Der Zeitdruck ist enorm. "Der Masseverwalter der Alpine Bau ist zuversichtlich, dass heute Abend oder spätestens morgen Früh alles soweit klar ist, dass die Baustellen im Laufe der nächsten Woche wieder in Betrieb gehen könnten", sagte der Insolvenzexperte des Kreditschutzverbandes von 1870.

Auf der ersten Gläubigerausschusssitzung, die sich gestern, Dienstag, bis in den frühen Abend hineinzog, wurde über den Stand der Verhandlungen informiert. "Es wird sehr intensiv nach kleinen Lösungen und regionalen Clustern gesucht", berichtete Kantner. Bei der Zerschlagung der Alpine , wird versucht, clustermäßig vorzugehen - nach Bundesländern oder Bausparten wie etwa Hochbau, Tiefbau oder Straßenbau.

In Summe betreibt die Alpine in Österreich rund 1.400 Baustellen - bei etwa 400 davon gibt es kaum Probleme, da der zahlungsunfähige Bauriese hier mit Arbeitsgemeinschaften tätig war. Diese Baustellen stehen nicht still, sondern werden von den ARGE-Partnern weitergeführt.

Durch die Aufspaltung der Alpine ist mit einem weiteren Wertverlust zu rechnen. Die Quote für die Gläubiger wird laut Meinung der Kreditschützer höchstens 10 Prozent statt der ursprünglich angepeilten 20 Prozent erreichen. Die Gewerkschaft meldete die Ansprüche von 4.905 Mitarbeitern an.

In Salzburg und Oberösterreich zeichnet sich Lösung ab

In einigen Bundesländern zeichnen sich bereits erste Szenarien ab, wie es mit den stillstehenden Baustellen und Unternehmensteilen der insolventen Alpine Bau GmbH weitergehen könnte. Masseverwalter Stephan Riel will die Lösung in Kürze vorlegen. In Salzburg verhandelt beispielsweise das Familienunternehmen G. Hinteregger & Söhne mit dem Insolvenzverwalter. "Die Details sind noch zu klären, aber es wird schnell passieren müssen", sagte Landeshauptmann Wilfried Haslauer zum "WirtschaftsBlatt" (Mittwoch). In Oberösterreich und Niederösterreich wollen die Bauunternehmen Habau und Felbermayr zum Zug kommen.

In Salzburg beschäftigt die Alpine rund 600 Mitarbeiter am Bau. Deren Jobs könnten damit weitgehend gesichert werden. Die 300 Beschäftigten in der Verwaltung sollen durch eine Arbeitsstiftung aufgefangen und umgeschult werden.

Die oberösterreichische Habau mit Sitz in Perg will Teile des Oberösterreich-Geschäfts der Alpine übernehmen. Unternehmenschef Karl Steinmayr gibt sich zuversichtlich, die Details mit dem Masseverwalter noch diese Woche abklären zu können. Verhandelt wird um eine Bauleistung im Volumen von 80 bis 100 Mio. Euro. Die Alpine Oberösterreich beschäftigt etwa 1.000 Mitarbeiter.

Die Habau interessiert sich auch für Teile des Niederösterreich-Geschäfts. Das gesamt Absatzgebiet soll etwa 150 Mio. Euro ausmachen - mit rund 700 bis 800 Alpine-Mitarbeitern. Bei einem positiven Abschluss könnten die Bauarbeiten schon bald wieder aufgenommen werden.

Das Bau- und Transportunternehmen Felbermayr International mit Sitz in Wels will den Baubetrieb der oberösterreichischen Siemens VAI mit 100 Mitarbeitern übernehmen. Schon als das Siemensunternehmen vor drei Jahren an die Alpine verkauft wurde, bot Felbermayr mit.

Zukunft in Tirol weiter ungewiss

Wie es mit den 450 Mitarbeitern der Alpine in Tirol weitergeht, ist noch ungewiss. Der Druck werde täglich größer, die Beschäftigten würden von der Konkurrenz heftig umworben und die Auftraggeber zunehmend ungeduldig, sagte der Chef der Tiroler Alpine-Niederlassung, Martin Schwaiger, zur "Tiroler Tageszeitung" (Mittwochsausgabe). Er will die Arbeitsplätze des insolventen Baukonzerns in eine Nachfolgegesellschaft hinüberretten.

Schwaiger ist den Angaben zufolge nicht mehr so optimistisch wie zu Wochenbeginn - die Chancen seien gesunken, stünden aber immer noch bei 50 : 50.

Die Alpine hat in Tirol 60 Baustellen zu betreuen - die größte ist die Sanierung der A12 zwischen Hall und Volders. Sollte diese nicht fertiggestellt werden, müsste sie laut staatlicher Autobahnholding Asfinag neu ausgeschrieben werden.

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