Alpine Bau: Wie es jetzt weiter geht ...

Alpine Bau: Wie es jetzt weiter geht ...

Nach der Insolvenzeröffnung über die Alpine Bau kommt es heute, Donnerstag, zu einem Treffen zwischen Rechtsanwalt Stephan Riel, der ab sofort als Masseverwalter für die Führungsagenden der Alpine zuständig ist, und dem Alpine-Management. Teile des Unternehmens könnten liquidiert, verkauft oder in einer eigenen Gesellschaft aufgefangen werden, so möglichen Szenarien.

Bei dem heutigen Gespräch dürfte auch geklärt werden, ob der erst Anfang April eingesetzte Alpine-Chef Arnold Schiefer überhaupt CEO bleibt, da die Entscheidungsgewalt über den Konzern per heute beim Masseverwalter liegt, nachdem die Alpine mit der Insolvenzanmeldung die Eigenverwaltung abgegeben hat, hieß es im Ö1-"Mittagsjournal".

Auch die genaue Höhe der Schulden bei den rund 8.000 Gläubigern muss zügig auf den Tisch. Die Kreditschutzverbände rechnen gerade durch, welche Lieferanten in welchem Ausmaß betroffen sind - der Alpine-CEO sprach zuletzt von alleine rund 1.500 Zulieferern und ebenso vielen Subunternehmen in Österreich, die mit der Alpine ein Geschäftsvolumen von mehr als 100.000 Euro jährlich abwickeln. Insgesamt ist die Alpine mit über 10.300 Lieferanten und Subunternehmen verwoben.

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Vom Ausgang der Verhandlungen, ob eine betriebsinterne Auffanglösung gefunden wird oder Teile des Unternehmens verkauft werden, hängt auch das weitere Schicksal der insgesamt 7.500 Alpine-Mitarbeiter in Österreich ab. Laut Chef der Gewerkschaft Bau/Holz, Josef Muchitsch, sollen "möglichst viele" weiterbeschäftigt werden. In den nächsten Tage gibt es dazu landesweit 36 Betriebsversammlungen.

Vier Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung

Der Gewerkschafter sieht vier Möglichkeiten nach Ablauf der Kündigungsfristen - eine Weiterbeschäftigung in einer Auffanggesellschaft, bei Arbeitsgemeinschaften, welche die Alpine mit der Konkurrenz betreibt, oder in Teilbereichen, die herausgelöst und von der Konkurrenz übernommen werden - die Porr hat bereits reges Interesse bekundet. Alle jene Arbeitnehmer, für die keine der ersten drei Lösungen zum Tragen komme, könnten in den angekündigten acht Arbeitsstiftungen unterkommen, die es in fast jedem Bundesland - außer Vorarlberg - gibt.

Von der Insolvenz betroffen sind davon ersten Angaben der Kreditschutzverbände zufolge 4.905 Arbeitnehmer. Einige Unternehmensbereiche wie die Alpine-Energie mit 884 Mitarbeitern, die Hazet (357 Mitarbeiter), die Bemo Tunneling GmbH (247 Mitarbeiter) oder die Universale (100 Mitarbeiter) sind nicht zahlungsunfähig.

Der im Eigentum der spanischen FCC-Gruppe befindliche Alpine-Konzern umfasst rund 260 Tochtergesellschaften und Beteiligungen - über 100 davon befinden sich im Ausland. Weltweit ist der Bauriese in mehr als 25 Ländern aktiv - etwa auch in China, Indien und Kasachstan. Das Gros der Gesellschaften - rund 260 - befindet sich aber in Österreich.

Sanierung der deutschen Tochter

Bei der Alpine Bau Deutschland, der deutschen Tochter der Alpine Bau, die gestern ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt hatte, will das bestehende Management einen Großteil des Geschäfts unter Aufsicht eines Insolvenzverwalters weiterführen und so möglichst viele Arbeitsplätze erhalten.

"Wir haben das klare Ziel, Alpine zu sanieren", sagte der seit April amtierende Deutschland-Chef Frank Jainz. Um dieses Vorhaben umzusetzen, benötigt die Deutschland-Tochter jedoch noch einen "finanzkräftigen Investor", der derzeit gesucht wird.

Zum Chefaufseher über die geplante Sanierung der deutschen Tochter wurde Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bestimmt, der sich bereits als Pleitemanager bei der deutschen Drogeriemarktkette Schlecker einen Namen gemacht hatte.

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