Alpine Bau: Strabag und Swietelsky ringen um Beteiligungen und Mitarbeiter

Alpine Bau: Strabag und Swietelsky ringen um Beteiligungen und Mitarbeiter

Im Ringen um ein Überleben der heimischen Alpine-Bau zeigt jetzt Konkurrent Strabag offiziell Kaufinteresse an verschiedenen Töchtern und Beteiligungen der angeschlagenen und teilweise insolventen Alpine-Gruppe. Konkret möchte der führende Baukonzern Strabag etwa die Hazet Bau, die Universale Bau und die ARB Holding übernehmen, man sei "in der Lage, sehr kurzfristig konkrete Angebote zu unterbreiten". Der Linzer Baukonzern will indes insgesamt 1.500 Alpine-Mitarbeiter übernehmen.

Dem Alpine-Masseverwalter Stephan Riel habe man bereits vor zwei Tagen grundsätzliches Kaufinteresse an allen Assets der insolventen Alpine Bau sowie Interesse an der Übernahme von Personal bekundet. Man sei aber "überrascht, dass bisher keine Reaktion erfolgt ist und Informationen über den Verhandlungsstand lediglich den Medien entnommen werden konnten", erklärte die börsenotierte Strabag in einer Aussendung.

Mit über 30 Prozent Eigenkapitalquote und liquiden Mitteln von mehr als einer Milliarde Euro per 31. März sei die Strabag finanziell sehr stark ausgestattet - und dies mit großem Abstand zum Mitbewerb. "Somit wären Arbeitsplätze und der Baubetrieb am ehesten beim finanzstarken Marktführer gesichert", erklärt der Bauriese mit im Vorjahr 14 MIlliarden Euro Bauleistung und insgesamt rund 74.000 Mitarbeitern im In- und Ausland.

Strabag will auch mehrere Asphalt-Mischanlagen – Angebote liegen vor

Die Strabag will sich zudem auch noch ein paar Filetstücke bei der insolventen Alpine sichern. "Wir haben am Donnerstagabend ein Angebot für mehrere Mischanlagen gelegt und warten auf die Rückmeldung", sagte Strabag-Sprecherin Diana Klein dem "Kurier" (Samstagsausgabe). Interessiert ist der größte Baukonzern Österreichs vor allem an Asphalt-Mischanlagen.

Die Strabag soll laut Baubranchenkreisen schon bisher die größte Anzahl an Asphalt-Mischanlagen und -beteiligungen in Österreich besitzen. Mitbewerber zweifeln aber am grünen Licht der Wettbewerbshüter: "Ich glaube nicht, dass die Übernahme von Mischwerken durch die beiden Großen, Strabag und Porr, kartellrechtlich realisierbar sind", so Habau-Chef Karl Trauner gegenüber der Zeitung. Es gebe einen Präzedenzfall. Notfalls müsse man aber dagegen rechtlich vorgehen. Trauner will selber auch bei der Alpine zuschlagen: Alphalt-Mischanlagen, die Hazet Bau und die Entsorgungsfirma Oekotechna sollen übernommen werden.

Swietelsky will 1.500 Alpine-Mitarbeiter übernehmen

Der Linzer Baukonzern Swietelsky will ebenfalls Alpine-Mitarbeiter übernehmen: Insgesamt 1.500 von 4.900 österreichischen Mitarbeiter sollen es schlussendlich machen. "Die erste Sichtung unseres Pakets ist positiv verlaufen, die Gespräche sind derzeit im Gange“, sagte Karl Weidlinger, Vorstandschef des Linzer Baukonzerns Swietelsky zum "Kurier" (Donnerstag-Ausgabe). Swietelsky selbst beschäftigt demnach rund 6.900 Mitarbeiter und verfügt über eine Bauleistung von 1,44 Milliarden Euro.

"Rund 1200 Alpine-Mitarbeiter wollen fix zu uns kommen, ich bin mir aber sicher, dass es noch 1.500 werden, wenn unser Paket so genehmigt wird“, wird Weidlinger zitiert. Jetzt gelte es noch "letzte Unwägbarkeiten“ aus dem Weg zu räumen. Eine Entscheidung soll aber in Kürze fallen.

Swietelsky will Alpine-Baustellen in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und in Kärnten übernehmen. Das Angebot der Linzer umfasst laut dem Bericht ein Bauvolumen von rund 400 Millionen Euro, also etwa 30 Prozent der Bauleistung von Alpine Österreich.

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