Alpine Bau-Pleite: Österreichische Großbanken haben vorgesorgt

Alpine Bau-Pleite: Österreichische Großbanken haben vorgesorgt

Die großen österreichischen Banken haben im Vorfeld der am Mittwoch angemeldeten Insolvenz der Alpine Bau großteils bereits rechtzeitig für diesen Extremfall vorgesorgt und erwarten nunmehr keine wesentlichen Auswirkungen mehr.

Die Bank Austria, einer der wesentlichen Geldgeber des Unternehmens, habe bereits im vierten Quartal 2012 in Abstimmung mit dem Wirtschaftsprüfer ausreichende Risikovorsorgen in der Causa Alpine Bau gebildet, "die auch ein Scheitern der Restrukturierungsbemühungen inkludieren", so die Bank am Mittwoch zur APA. Der endgültige Verlust werde maßgeblich von allfälligen Garantieziehungen abhängig sein und sei daher derzeit noch nicht exakt feststellbar.

"Wir haben bereits 2012 ausreichend Vorsorgen gebildet, sodass wir durch den jetzigen Schritt keine wesentlichen Auswirkungen sehen", hieß es auch aus der Erste Bank. Die österreichischen Banken hätten wirklich alles getan, um die Alpine und damit verbundene Arbeitsplätze zu erhalten, betonte der Sprecher der Bank.

Die Raiffeisen Bank International (RBI) ist laut eigenen Angaben was das ausstehende Obligo betrifft, nicht sonderlich hoch betroffen. "Wir sind in einer guten Position", so eine Sprecherin der Bank. Natürlich sei es aber bedauerlich, "dass die Eigentümer ihre Zusagen nicht eingehalten haben".

Niemand wollte Kapital-Mehrbedarf decken

Das Genick gebrochen hat der Alpine Bau der von den Geldgebern nicht mehr geschluckte Mehrbedarf von 400 Millionen Euro. Vor allem die spanischen Banken sollen sich Beobachtern zufolge quergelegt haben. Erst im März hatten die über 50 österreichischen und internationalen Kreditinstitute 30 Prozent ihrer Forderungen (in Summe 150 Millionen Euro) nachgelassen und der spanische Eigentümer FCC zugesagt, weitere 250 Millionen Euro an Liquidität in die Alpine einzuschießen. Jetzt wäre noch einmal ein Entgegenkommen in gleicher Höhe notwendig gewesen, um den Restrukturierungsplan halten zu können. Das Ergebnis ist bekannt...

Anleihen-Gläubiger in Not

Für die Bond-Gläubiger sind die Aussichten nun sehr düster. Nach aktuellem Stand kann man bestenfalls auf eine Quote von 20 Prozent hoffen, völlig unabhängig davon, welche der drei ausstehenden Anleihen man sich ins Depot gelegt hat. Voraussetzung dafür ist, dass der Antrag auf Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung auch angenommen wird. Dazu muss die Mehrheit der Gläubiger und das Gericht dem Sanierungsplan zustimmen und innerhalb von zwei Jahren müssen 20 Prozent der Schulden bezahlt werden können.

Die Anleihen wurden am Mittwoch zwar vom Handel ausgesetzt (Schlusskurs: 33 Prozent, siehe Comdirect), außerbörsliche Kurse werden aber immer noch gestellt. Hat der Markt recht, dann blüht Gläubigern sogar noch Schlimmeres: Wer seine 2017er-Anleihe aktuell verkaufen will, bekommt lediglich 15 Prozent dafür. Der Markt spekuliert also darauf, dass das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung abgelehnt wird, es womöglich zur Zerschlagung samt Verkauf der Alpine Bau in Teilen kommt und am Ende noch weniger als die 20 Prozent zu holen sind. Wer jetzt noch Alpine Bau-Gläubiger ist, muss sich wohl oder übel mit dem Desaster abfinden. Auch allen Zockern, die auf eine höhere Quote spekulieren wollen, indem sie sich die Anleihen ins Depot legen, sei abgeraten: Den Kurs von 15 Prozent gibt’s leider nur für alle Verkäufer, wer kauft, blättert mindestens 25 Prozent hin.

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