Alpine Bau: Nervöse Aufsichtsräte, schwache Auftragslage und ein Abverkaufsprogramm

Alpine Bau: Nervöse Aufsichtsräte, schwache Auftragslage und ein Abverkaufsprogramm

Wird die Alpine Bau von Anlegern wegen der im Mai emittierten Anleihe geklagt, wird auch die Haftung der Aufsichtsräte schlagend. So muss auch Benita Ferrero-Waldner, mittlerweile die einzige Österreicherin in dem Gremium, zittern. Das ist aber bei weitem nicht das einzige Problem des taumelnden Salzburger Baukonzerns.

Die ehemalige ÖVP-Außenministerin und EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner zog 2011 als Ersatz für Alfred Gusenbauer in den Alpine-Aufsichtsrat ein. Ironie des Schicksals: Ferrero-Waldner hätte vor wenigen Monaten sogar Präsidentin des Alpine-Aufsichtsrates werden sollen. Sie lehnte laut „Die Presse“ allerdings ab – weil ihr die Bürde der Verantwortung zu viel war. „Die Presse“ erreichte Ferrero-Waldner gestern in Spanien. Doch zur möglichen Haftung als Aufsichtsrätin wollte sie nichts sagen.

Nach dem Rauswurf von Kurzzeitchef Johannes Dotter besteht der Vorstand aktuell nur mehr aus zwei Spaniern. Ein Österreicher wird zwar als Vorstand dringend gesucht. Aber die Suche ist alles andere als einfach. „Wer soll sich schon auf das Pulverfassl setzen?“, fragt ein hochrangiger Manager des Unternehmens. In der großen Verzweiflung wurde laut „Die Presse“ sogar schon bei Alpine-Managern, die das Unternehmen in den vergangenen Monaten entnervt verlassen haben, angeklopft. Doch bei den einstigen Alpine-Shootingstars Karl Weidlinger und Peter Preindl hält sich das Interesse an einem Alpine-Revival erwartungsgemäß in sehr engen Grenzen. Letzter Stand: FCC-Manager Ramón Gómez Andrio soll dritter Alpine-Vorstand werden. Der ist aber jedenfalls kein Österreicher.

Alpine Bau steckt auch operativ in der Bredouille

Daneben drückt die Alpine Bau aber auch operativ kräftig der Schuh: Neue Aufträge sind Mangelware. Und dazu kommt die Sorge, dass es im mittleren Management zu einem Aderlass kommen könnte. Derzeit ist es jedenfalls so, dass jeder, der ein Jobangebot bekommt, schleunigst das Weite sucht. Und bei all dem Ungemach müssen die kreditgebenden Banken irgendwie bei Laune gehalten werden. Die Politik natürlich auch: Der Baukonzern hat 2009 staatliche Bankkredithaftungen über 180 Millionen Euro gezogen.

Erst vor wenigen Wochen hat der Mutterkonzern FCC 22 Millionen Euro an die Alpine überwiesen, dadurch haben die Banken eine Kreditlinie von 50 Millionen Euro freigegeben. Doch weitere Zugeständnisse sind notwendig: Die Alpine muss Assets verkaufen, um weiteres Geld herbeizuschaffen.

Aktuell trennt sich das Unternehmen nicht nur von seinem Firmenjet und seiner Jagd im oberösterreichischen Gosau, sondern auch von drei durchaus profitablen Unternehmen. Boston Consulting wurde damit beauftragt, die Alpine-Töchter GPS Underground Engineering, die auf Sanierungen spezialisierte Hazet Bau sowie Alpine Energie zu verkaufen. Vor allem an der Alpine Energie – in Europa führend beim Bau von Ökoenergie-Anlagen – gibt es großes Interesse. So will etwa der Chef des Unternehmens, Helmut Schnitzhofer, ein Management-Buy-out starten. Aber auch der Baukonzern Bilfinger Berger soll laut „Die Presse“ angeklopft haben. Und die Strabag ebenso.

Um auch in der öffentlichen Wahrnehmung das Schlimmste zu verhindern ist nun der versierte Krisen-PR-Experte Dietmar Ecker engagiert worden, um ein gutes Einvernehmen mit Politik, Banken und auch Medien herzustellen.

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