Alpine Bau: Mit der Sammelklage wird es ernst

Alpine Bau: Mit der Sammelklage wird es ernst

Die Vorbereitungen auf eine allfällige Sammelklage durch Anleger gegen den angeschlagenen Baukonzern Alpine Holding GmbH laufen auf Hochtouren.

Auf der Homepage des Prozessfinanzierers AdvoFin (www.advofin.at) werde diese Woche ein Link für Inhaber von Alpine-Schuldverschreibungen freigeschaltet, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil".

Der zum spanischen FCC-Konzern gehörende Bauriese hatte noch heuer im Mai eine 100 Mio. Euro schwere Anleihe auf dem Markt platziert - just an dem Tag, an dem der Kreditversicherer Prisma die Versicherungssumme des Unternehmens gesenkt hatte.

Die Risikohinweise im Kapitalmarktprospekt gelten als sehr allgemein gehalten. Das Management könnte die wahre wirtschaftliche Lage des Konzerns zum Zeitpunkt der letzten Emission verschleiert haben.

Wie Anfang Oktober bekannt wurde, drohen dem Baukonzern Bilanzberichtigungen von bis zu 400 Mio. Euro. Die Alpine geriet in akute Liquiditätsschwierigkeiten.

Stillhalteabkommen mit den Banken

Derzeit noch unbestätigten Berichten zufolge haben sich die Banken kurz vor dem Wochenende darauf geeinigt, bis Ende Februar keine Kredite fällig zu stellen. Die Alpine hat bei den Kreditinstituten Schulden in der Höhe von mehr als 600 Mio. Euro. Der Sanierungsplan für den zweitgrößten heimischen Baukonzern soll Ende Februar endgültig stehen.

Am Kapitalmarkt ist von Erleichterung allerdings keine Spur, die geprügelten Alpine Bau-Anleihen reagierten bislang noch kaum auf die "Positivmeldung" vom Freitag.

Der Alpine-Konzern mit Sitz in Salzburg steht seit heuer zu 100 Prozent im Eigentum der spanischen FCC-Gruppe. Das Unternehmen erzielte zuletzt mit 15.300 Mitarbeitern (7.500 davon in Österreich) in 30 Ländern einen Umsatz von 3,6 Mrd. Euro - mehr als 1,5 Mrd. Euro davon entfielen auf Österreich.

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