Alpine Bau – Konkurs kann "nicht ausgeschlossen" werden

Alpine Bau – Konkurs kann "nicht ausgeschlossen" werden

Denn bei dem für die Alpine Bau-Sanierung notwendigen Verkauf von Tochtergesellschaften spieße es sich gewaltig - die geplanten Verkaufserlöse erwiesen sich als utopisch, schreibt "Die Presse".

Der spanische Mutterkonzern FCC müsste weitere 150 Mio. Euro Eigenkapital zuschießen, wozu er sich außerstande sehe. Er verlange neuerlich Kredite in dieser Größenordnung. Der Baukonzern, der insgesamt rund 15.000 Mitarbeiter beschäftigt, steht dem Bericht zufolge neuerlich auf der Kippe. Unter den Banken mache sich Nervosität breit.

Die Spanier hätten seit der Komplettübernahme der Alpine im September 2012 bereits rund 700 Mio. Euro in das heimische Bauunternehmen gesteckt. Weiteres Geld für die Österreich-Tochter sei also denkunmöglich, heißt es aus Madrid. Auch die spanische Regierung habe sich mittlerweile eingeschaltet - denn ein Konkurs der Alpine würde auch den FCC-Konzern ins Schlingern bringen.

Deftiger Aktenvermerk

Der Zeitung dürfte ein Aktenvermerk von einem Treffen in der österreichischen Botschaft in Madrid vorliegen, in dem die FCC-Führungsriege, darunter Miteigentümerin Esther Koplowitz und Konzern-Präsident Fernando Moreno Garcia, von dringend benötigtem frischen Geld berichten. Die Rede ist von alleine 46 Mio. Euro für den Monat Mai und von zusätzlichen 150 Mio. Euro bis zum Ende des Jahres.

Das dürfte dem Konzern zu viel sein: "FCC, die bereits mehr als 700 Mio. Euro in die Alpine gesteckt und solcherart tausende österreichische Arbeitsplätze gesichert und österreichische Anleihegläubiger vor Verlusten bewahrt habe, sei nicht bereit bzw. auch nicht imstande, für diese weiteren 150 Mio. aufzukommen", heißt es in dem Schriftstück.

Der Konzern forderte in dem Gespräch ein "neues Kreditvolumen in der angesprochenen Größenordnung mit einem mittelfristigen Zahlungsziel" und stellt laut "Die Presse" fest, dass die betroffenen Banken wohl erneut an das Bundesministerium für Finanzen herantreten werden, "will heißen: Die Republik soll diesfalls weitere Haftungen übernehmen."

FCC droht laut Aktenvermerk dabei recht unverblümt: "Unter den gegebenen Umständen könne sogar ein Konkurs der Alpine nicht länger ausgeschlossen werden." Hintergrund für den erhöhten Geldbedarf dürfte der für die Sanierung notwendige Verkauf von drei Tochtergesellschaften der Alpine sein, eine zentrale Säule für das laufende Restrukturierungskonzept. Das Unternehmen würde aus dem "Familiensilber" gerne einen dreistelligen Millionenbetrag lukrieren - die Rede war immer wieder von rund 200 Mio. Euro - unter Zeitdruck sei es allerdings schwierig, die Gesellschaften zu einem guten Preis zu verkaufen.

Krisensitzung wegen Alpine Bau

Es sei eine Krisensitzung der Gläubigerbanken geplant, machten laut "Presse" gestern, Donnerstag, Gerüchte die Runde. Die Banken selbst stellten dies aber in Abrede.

Der Baukonzern stand bei in- und ausländischen Instituten mit rund 550 Mio. Euro in der Kreide und schrieb 2012 Verluste in Höhe von 450 Mio. Euro. Die Alpine wurde von rund 50 ausländischen und österreichischen Banken Ende März durch einen Forderungsverzicht in Höhe von 150 Mio. Euro vorerst gerettet .

Weitere Bestandteile des Rettungsplanes waren unter anderem ein Zuschuss der spanischen FCC in Höhe von 150 Mio. Euro und der Verkauf von Töchtern, der rund 200 Mio. Euro einspielen sollte.

Alpine Bau 2012 mit Megaverlust

Vor wenigen Wochen meldete die Alpine Bau einen Jahresverlust von 449,7 Millionen Euro . Für den neuen Alpine-Chef Arnold Schiefer ist der Megaverlust von 450 Millionen unter anderem ein Ergebnis von "Selbstüberschätzung kombiniert mit mangelnder Kontrolle". Die Alpine habe geglaubt, Großprojekte in Osteuropa unter ähnlichen Rahmenbedingungen wie in Österreich abwickeln zu können, sagte Schiefer.

Alpine Bau: "Diskussion nicht nachvollziehbar"

Bei der Alpine Bau wird dementiert: Man ziehe derzeit das paktierte Sanierungskonzept durch und wolle in zwei Jahren wieder Gewinne schreiben. "Die Restrukturierungsvereinbarung ist aufrecht und hat eine Laufzeit bis Ende 2015, deshalb ist die Diskussion jetzt nicht nachvollziehbar", sagte Unternehmenssprecher Johannes Gfrerer heute, Freitag, zur APA. Der spanische Mutterkonzern FCC habe sich bisher an alle Abmachungen gehalten und werde auch weiterhin dazu stehen. Es gebe keine anderen Signale. Mit den Gläubigerbanken gebe es "natürlich einen intensiven Austausch und laufend Treffen".

Der Restrukturierungsvereinbarung zufolge stellen die Spanier als 100-Prozent-Eigentümer der Alpine insgesamt 246 Mio. Euro zur Verfügung. "99 Mio. Euro davon wurden bereits für das Geschäftsjahr 2012 in Eigenkapital umgewandelt und der größte Teil der weiteren rund 150 Mio. Euro ist auch schon da", betonte Gfrerer. "Die FCC hat bisher immer bezahlt und wird dazu stehen", ist er überzeugt.

Mit den Banken gebe es in regelmäßigen Abständen Treffen - zwischendurch ist Alpine-Chef Arnold Schieder auch zusätzlich mit den Gläubigern in Kontakt. Betreffend des vereinbarten Verkaufs einiger Alpine-Töchter gebe es ein "Spannungsverhältnis zwischen Tempo und Wert", räumte Gfrerer ein. Der Asset-Verkauf könnte schneller gehen, meinen einige. Die Alpine will den Verkaufspreis aber - wenn möglich - nicht durch zusätzlichen Zeitdruck schmälern. Sie erhofft sich eigenen Angaben zufolge einen "dreistelligen Millionenbetrag".

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