Alpine Bau: Konkurrenten nehmen nun Projekte unter die Lupe

Alpine Bau: Konkurrenten nehmen nun Projekte unter die Lupe

Wenig Neues - zumindest Spruchreifes - hat sich vorerst am Freitag im Kampf um das Auffangen der insolventen Alpine Bau getan. Es sei "normal, dass in den ersten paar Tagen bei Großinsolvenzen erst einmal alles gesichtet werden muss", sagte Hans-Georg Kantner vom KSV 1870 am Nachmittag zur APA. Aus der Strabag hieß es indes auf Anfrage, es liege in ihrem Interesse "auf die eine oder andere Art" Arbeitsplätze der Alpine zu erhalten.

Bei Gesprächen mit Masseverwalter Stephan Riel heute - er war am Freitag nach wie vor nicht erreichbar - ist es laut einer Strabag-Sprecherin aber "nur um einzelne Projekte gegangen, die wir unter Umständen übernehmen würden".

Strabag zeigt Interesse

Sie erklärte, dass man sich allerdings "Projekt für Projekt einzeln anschauen muss, ein Vertrag (für eine Baustelle, Anm.) kann aus Risikoerwägungen nicht eins zu eins übernommen werden". Wenn ein Projekt angeboten werde bzw. interessant sei, dann muss es bei der Strabag noch "durch eine interne Gruppe verschiedener Manager, die das Projekt absegnen müssen". Wie viele Projekte für den größten heimischen Baukonzern interessant seien, "kann man aber auch noch gar nicht sagen".

Zuerst müsse man sich vor allem noch die aufrechten Projekte, die in Arbeitsgemeinschaften mit der insolventen Alpine laufen, genau anschauen, was man "bis Mitte Juli" erledigen wolle, sagte die Strabag-Sprecherin. Mitarbeiter werbe man keine ab, betonte sie. Konkurrent Porr ist wie berichtet an Teilen der Alpine interessiert. Aus dieser Firma hieß es am Freitag, der Masseverwalter "führt Gespräche mit der heimischen Bauindustrie" - also mehreren Unternehmen.

Keine Stellungnahme über mögliche Auffangvarianten

Über mögliche Auffangvarianten wollte aber - zumindest vorerst - niemand eine Stellungnahme abgeben. Ein Alpine-Sprecher sagte zur APA, "wir hoffen weiter auf eine positive Lösung im Sinne der Mitarbeiter und Lieferanten bzw. Subunternehmer".

Kantner vom KSV 1870 erklärte weiter, dass die Alpine in Österreich "auf deutlich über 1.000 Baustellen tätig ist". Er erwartete, dass Anfang kommender Woche ein erster Gläubigerausschuss einberufen werde. Sein Kreditschutzverband sprach am Freitag von 80 Unternehmen mit knapp 1.000 Mitarbeitern, die wegen der Alpine-Insolvenz in Gefahr seien . Insgesamt gibt es 1.400 Zulieferer bzw. Subunternehmen, die österreichweit 164.290 Mitarbeiter beschäftigen.

An Masseverwalter Riels Seite stehen laut Insolvenzdatei übrigens sein Kanzleikollege und Stellvertreter Johannes Jaksch, sowie die beiden weiteren Advokaten als "besondere Verwalter": Georg Freimüller für alle Belange der Arbeitnehmer und Ulla Reisch für die Verwaltung der ausländischen Alpine-Niederlassungen.

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Wirtschaft

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Politik

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Slideshow
Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich

Wirtschaft

Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich