Alpine Bau seit Freitag de facto zahlungsunfähig – Rettungs-Verhandlungen weiter in der Sackgasse

Alpine Bau seit Freitag de facto zahlungsunfähig – Rettungs-Verhandlungen weiter in der Sackgasse

Um die Zukunft der finanziell strudelnden Alpine Bau wird weiter heftig gerungen. Die Verhandlungen mit den Banken und der Republik sind nach Ablauf des Stillhalteabkommens der rund 50 Gläubigerinstitute in der Nacht auf Freitag in einer heißen Phase. Der entscheidend in die Verhandlungen involvierte Bund weigert sich nach wie vor auf Kredithaftungen zu verzichten.

Jetzt muss rasch eine gangbare Lösung gefunden werden, sonst droht dem Konzern mit seinen 15.000 Mitarbeitern schon kommende Woche die Pleite. Noch bis zum Sonntagabend müsse es daher zu einer Einigung kommen, denn am Freitag sei die Alpine de facto zahlungsunfähig gewesen, wie es zur APA hieß.

Heute finden entscheidende Gespräche in großer Runde statt, bestätigte Unternehmenssprecher Johannes Gfrerer der APA am Sonntagnachmittag. Das Management der Alpine Bau kämpfe "mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für eine positive Lösung für die 15.000 Mitarbeiter", sagte Gfrerer.

Das Sanierungskonzept des zweitgrößten Baukonzerns in Österreich besteht aus drei Teilen. Neben einer Geldspritze des spanischen Mutterkonzerns FCC und Erlösen aus dem Verkauf von Töchtern braucht es einen Schuldennachlass von den Banken in Höhe von bis zu 200 Mio. Euro - etwa 30 Prozent der Verbindlichkeiten.

Die Gläubiger haben sich diese Woche auf einen solchen Haircut verständigt. Am letzten Tag des Moratoriums haben offenbar auch der französische Kreditversicherer Coface und die spanische - sich selbst in Schwierigkeiten befindliche - Gläubigerbank Bankia zugestimmt.

Keine gesetzliche Grundlage für Verzicht

Nun spießt es sich aber immer noch am Verzicht der Republik, die über die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) mit Haftungen für Kredite in Höhe von rund 150 Mio. Euro involviert ist. Dem Vernehmen beharren die Vertreter der Republik nach wie vor auf ihrem Standpunkt, wonach ein Verzicht auf 30 Prozent aus rechtlichen Gründen nicht möglich sei. "Der Bund kann nicht ohne gesetzliche Grundlage auf seine Ansprüche aus einer Haftungsinanspruchnahme verzichten", hatte am Freitag Wolfgang Peschorn, Chef der Finanzprokuratur ("Anwalt der Republik"), gemeint .

Jetzt wird um eine Lösung gerungen, die die Republik außen vorlässt. Wie diese genau aussehen soll, ist nach wie vor offen. Letztendlich werde es darauf hinauslaufen, dass die Banken weitere 50 Mio. Euro schultern müssen, berichten Involvierte.

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