Alpine Bau – Finanzierungsbedarf in drei Monaten verdoppelt

Alpine Bau – Finanzierungsbedarf in drei Monaten verdoppelt

Dieses Faktum präsentierte Alpine Bau am Montag im Rahmen eines großen "All-Lenders'-Mettings". "Die Stimmung war gestern nüchtern, aber positiv", sagte der CEO der Alpine Holding GmbH, Arnold Schiefer, heute. "Wir haben zumindest positive Signale von beiden Seiten, dass sie sich massiv anstrengen."

Erst Anfang März hatten die Banken auf 150 Mio. Euro ihrer Schulden verzichtet und die spanische 100-Prozent-Eigentümerin FCC eine Liquiditätsspritze von 250 Mio. Euro zugesagt. Jetzt klopft die Alpine - laut Eigenangaben ein letztes Mal - um weitere Finanzhilfen in gleicher Höhe an. Derzeit steht die Alpine bei den Banken mit rund 450 Mio. Euro in der Kreide.

Es werde nun von den Juristen geprüft, "in wie weit auch bei den Anleihegläubigern ein Beitrag zu holen ist oder nicht", so der Alpine-Chef.

Grund für den groben Anpassungsbedarf ist zum einen der im Restrukturierungsplan vorgesehene, aber noch nicht gelungene Verkauf von lukrativen Töchtern wie Alpine Energie, Hazet Bau und SUE (Special Underground Engineering) Spezialtiefbau, zu der u.a. die GPS Engineering gehört. Der Asset-Verkauf hätte heuer den Angaben zufolge bereits rund 200 Mio. Euro einspielen sollen.

"Der Verkauf ist weiterhin geplant - allerdings mit weniger Zeitdruck." Die Alpine habe für alle diese Assets Interessenten, wollte sich aber im Preis nicht zu sehr drücken lassen. Die Veräußerungen will Schiefer nun über den Sommer abwickeln.

"Wir haben den Business-Plan überprüft und überarbeitet und sehen, dass wir das für Jahresende angepeilte Ziel nicht halten können", so Schiefer. Ursprünglich waren für heuer 80 bis 100 Mio. Euro Verlust vor Steuern (EBT) vorgesehen. "Nach den jetzigen Schätzungen sind wir um mehr als 80 Mio. Euro vom Plan entfernt", räumte Schiefer ein. Die (schlechten) Ergebnisse kämen vor allem aus Südosteuropa und Deutschland. Doch auch die Alpine in Deutschland sei "groß beim Saubermachen".

Es sei nur seriös, dies den Banken und dem Eigentümer jetzt mitzuteilen. "Wir wollten uns nicht irgendwie über den Sommer turnen." Die Alpine werde wieder mehr Eigenkapital brauchen, um diese Verluste, die bis Jahresende entstünden, entsprechend abzufedern.

Die nochmalige Durchleuchtung der Bilanz 2012 - der neue Alpine-Chef ist erst seit 2. April auf seinem Posten - dürfte noch unbekannte Risiken zutage befördert haben, die schon 2012 wirksam hätten sein müssen. "Ich möchte eine transparente Bilanz für 2012", sagte Schiefer. Den vorläufigen Berechnungen zufolge erlitt die Alpine im Vorjahr einen Verlust nach Steuern von knapp 450 Mio. Euro.

Der zweitgrößte Baukonzern in Österreich erzielte im Vorjahr eine Bauleistung von 3,2 Mrd. Euro und beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter (zu gleichen Teilen im In- und Ausland).

Die spanische FCC hat in den vergangenen sieben Jahren laut Schiefer bereits "über 700 Mio. Euro" in die Alpine gesteckt - inklusive Kaufpreis und Finanzspritzen. Jetzt könnte es eine Milliarde werden.

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