Alpine Bau – FCC erwägt Verkauf von Alpine Energie

Alpine Bau – FCC erwägt Verkauf von Alpine Energie

Zur Sanierung des ins Schleudern geratenen Salzburger Baukonzerns soll offenbar neben Finanzspritzen des Mutterkonzerns FCC und der Banken sowie Stundungen auch der Verkauf von Unternehmensteilen Geld hereinbringen.

Es geht dabei um die Bereiche abseits des Baugeschäfts, die in der Alpine Energie Holding zusammengefasst sind. Außerdem stehen die Tiefbaufirma Grund- Pfahl- und Sonderbau GmbH in Himberg bei Wien sowie die auf Sanierung spezialisierte Firma Hazet zur Disposition, berichten die "Salzburger Nachrichten" am Freitag unter Berufung auf Informationen aus Konzernkreisen. Wie Reuters berichtet, erwägt der spanische Infrastrukturkonzern FCC den Verkauf der Energiesparte von Alpine. Die Restrukturierer von Boston Consulting, die seit vier Wochen (wieder) bei Alpine an Bord sind, sollen bereits vor längerer Zeit die Linzer Alpine-Energie Holding AG unter die Lupe genommen haben.

Bereits am Mittwoch hatte der Mutterkonzern FCC versucht zu beruhigen: "Als Präsident und CEO der FCC-Gruppe möchte ich allen Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten der Alpine die volle Unterstützung zusichern", teilte Baldomero Falcones der APA mit. Die Alpine sei ein wichtiger Teil der Unternehmensgruppe. Deshalb habe die FCC heuer auch die restlichen Anteile (13,5 Prozent) übernommen, so Falcones, der seit Juli auch Aufsichtsratschef der Alpine Holding GmbH ist. Es sei "Johannes Dotters persönliche Entscheidung gewesen", die Alpine als CEO zu verlassen.

Die Führung des Unternehmens durch das Top-Management der Alpine sei garantiert. In der Frage einer Nachfolge des Dienstagnacht zurückgetretenen Geschäftsführers der Dachgesellschaft Alpine Holding GmbH, Johannes Dotter, gibt es noch keine Entscheidung, sagte Unternehmenssprecher Johannes Gfrerer am Freitag auf APA-Anfrage.

Wie aus informierten Kreisen zu hören war, fanden am Mittwoch die Verhandlungen mit den Banken "in einer guten und konstruktiven Atmosphäre" statt, an denen unter anderen FCC-Finanzchef Victor Pastor teilnahm. Weitere Gespräche werden laufend stattfinden.

Genauer Kapitalbedarf noch unbekannt

Zu den Großgläubigern der Alpine zählen Erste Bank und Unicredit als Art Konsortialführer sowie die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, ÖVAG, Hypo Kärnten und VTB, aber es soll laut "Wiener Zeitung" kleinere Banken geben, die womöglich am Ende nicht mitspielen werden. Eine belgische Bank soll sich entsprechend geäußert haben.

Der genaue Kapitalbedarf der Alpine ist noch nicht bekannt. Laut Meldungen aus der Vorwoche soll der angeschlagene Baukonzern neben Kreditstundungen rund 75 Mio. Euro benötigen. Das Nachrichtenmagazin "profil" wiederum schrieb, dass die Banken dem Eigentümer FCC 150 Mio. Euro abverlangen.

Ein noch ausstehender Geldeinschuss aus der Vergangenheit in Höhe von 31 Millionen Euro wird laut Insidern "sicher erfolgen". "Es muss aber auch frisches Geld rein, die kolportierte Summe von 150 Millionen Euro ist Schwachsinn, ich weiß nicht, woher diese Summe kommt", sagte ein Teilnehmer der "Wiener Zeitung". "Es wird sicher eine hohe Summe zur Überbrückung benötigt, aber der genaue Kapitalbedarf wird erst ermittelt und wird eindeutig unter 150 Millionen Euro liegen." Nachsatz: "Das Geld wird zum Teil vom Alleineigentümer FCC kommen, und die Banken werden etwas dazu beitragen müssen."

Eventualverbindlichkeiten

Dem Vernehmen nach soll der Baukonzern mit 660 Millionen Euro Bankschulden kämpfen, dazu kommen 290 Millionen Euro Anleiheverbindlichkeiten. Doch darin sind Garantien und Haftungen nicht eingerechnet.

"Es gibt noch jede Menge Garantien, darunter Performance-, und Anzahlungsgarantien", sagt ein Insider. Dieses Volumen an sogenannten Eventualverbindlichkeiten wird auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt. Bei diesen Garantien geht es um Vertragserfüllung und Gewährleistung bei Bauaufträgen. Die kurz- und langfristigen Schulden wurden mit 1,459 Milliarden Euro beziffert, davon entfallen 680,5 Millionen Euro auf Finanzverbindlichkeiten.

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