Alpine Bau ist gerettet: Banken erlassen Schulden – Bundeshaftung bleibt

Alpine Bau ist gerettet: Banken erlassen Schulden – Bundeshaftung bleibt

Eine Pleite der Alpine Bau – zweitgrößter österreichischer Baukonzern – ist vorerst abgewendet. Die Gläubigerbanken und der Bund, der über die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) mit Haftungen für Kredite in Höhe von rund 150 Mio. Euro involviert ist, haben sich am Sonntagabend nach tagelangem Verhandlungsmarathon auf eine Lösung in letzter Sekunde geeinigt.

Demnach erlassen die Banken dem Konzern rund 30 Prozent seiner Schulden, die sich auf rund 600 Mio. Euro belaufen. Die Republik lenkte allerdings nicht ein, die Haftungen bleiben aufrecht .

"Die Banken werden demnach auch aus den vom Bund gesicherten Krediten am Forderungsverzicht gemäß Restrukturierungskonzept teilnehmen", hieß es in einer Aussendung. Damit sei eine "entscheidende Voraussetzung" für die Sanierung des Unternehmens geschaffen. Der formelle Abschluss der Sanierungsvereinbarung werde für die nächsten Tage erwartet. "Dies wird von den Gläubigern bereits mit überwältigender Mehrheit unterstützt und ist durch Stillhaltezusagen abgesichert. Die Zahlungsfähigkeit der Alpine-Gruppe ist somit gegeben", so Österreichs zweitgrößter Baukonzern, der der spanischen FCC-Gruppe gehört.

Die Gläubiger – die Verhandlungen wurden von Bank Austria und Erste Bank geführt – hatten sich bereits vor ein paar Tagen auf einen Haircut verständigt. Am letzten Tag des Moratoriums stimmten dem Vernehmen nach auch der französische Kreditversicherer Coface und die selbst strudelnde spanische Bankia zu.

Gespießt hat es sich bis zuletzt an den Haftungen des Bundes, die von der Kontrollbank (OeKB) abgewickelt werden. Die Republik steht nach dem Unternehmensliquiditätsstärkungsgesetz (ULSG) für zwei Konsortialkredite österreichsicher Institute in Höhe von 300 Mio. Euro im Ausmaß von 50 Prozent gerade. Die Gläubigerbanken wollten den Bund dazu bewegen, auf 45 Mio. Euro zu verzichten.

Die Finanzprokuratur, die Anwältin der Republik, hatte aber darauf beharrt, dass ein Verzicht rechtlich nicht möglich sein. Sie konnte sich mit ihrer Position letztendlich auch durchsetzen: Der Steuerzahler muss für die Alpine kein Geld in die Hand nehmen, zusätzliche Haftungen gibt es nicht, wie es zur APA hieß. Die Haftungen laufen Ende 2014 aus. Sollte die Alpine bis dahin doch noch pleite gehen, muss der Bund 151 Millionen auf den Tisch der Banken legen.

90 Millionen-Belastung für Banken

Details über die Höhe des Schuldennachlasses wurden zwar nicht genannt, aber für die Gläubiger dürfte eine Zusatzbelastung von rund 90 Millionen Euro schlagend werden, erfuhr die APA aus Verhandlerkreisen. Formell soll die Lösung in einigen Tagen abgesegnet werden, bis dahin bleibt das Stillhalteabkommen der Banken aufrecht, sie stellen der Alpine ihre Kredite also nicht fällig. Die Alpine Bau bestätigte, dass nun "die Zahlungsfähigkeit gegeben" sei.

Die Rechtsposition Anleiheinhaber blieben davon unberührt, sie seien vom Forderungsverzicht nicht betroffen.

Abseits der Abstriche der Gläubiger muss der Baukonzern, der rund 15.000 Mitarbeiter beschäftigt, auch selbst zu seiner Rettung beitragen. Etliche Konzerngesellschaften wie die Hazet-Bau, Alpine Energy und GPS Underground Engineering werden versilbert. Das Sanierungskonzept der Alpine sieht weiters vor, dass der Konzern ab 2015 wieder schwarze Zahlen schreibt.

Die Einigung kam buchstäblich in letzter Minute, denn am Montag wäre der Konzern Involvierten zufolge de facto zahlungsunfähig gewesen. In der Nacht auf Freitag war ein Stillhalteabkommen der Banken abgelaufen.

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