Alpine Bau: Arnold Schiefer wird neuer CEO

Alpine Bau: Arnold Schiefer wird neuer CEO

Der neuerliche Wechsel an der Spitze der angeschlagenen Salzburger Alpine Bau ist fix: Arnold Schiefer (46), derzeit Mitglied im Vorstand bei Rail Cargo Austria (RCA), wird ab Anfang April neuer Chef des Konzerns.

Er löst damit den deutschen Sanierer Josef Schultheis (47) ab, der erst Ende 2012 explizit als Restrukturierungsmanager (Chief Restructuring Officer) geholt worden war.

Sanierer Josef Schultheis wird laut Gfrerer die Alpine Bau nicht verlassen, sondern seine Tätigkeit als Restrukturierungsmanager (Chief Restructuring Officer) weiter ausüben. Schultheis hat vor seinem Engagement bei der Alpine die angeschlagene deutsche Baumarktkette Praktiker saniert. Seine Aufgabe bei den Salzburgern war es, das Sanierungsprogramm, das mit einer radikalen Schrumpfkur einhergeht, umzusetzen.

Am Sonntagabend hatten sich die Gläubigerbanken und die Republik , die über Kredithaftungen involviert ist, auf einen 30-prozentigen Schuldennachlass verständigt und so der Alpine eine Atempause verschafft. Ohne die Einigung wäre der Konzern am gestrigen Montag wahrscheinlich zahlungsunfähig gewesen.

Vor Schultheis hatte kurzzeitig Johannes Dotter die Geschicke des Bauriesen gelenkt, er hatte aber im Oktober 2012 wegen grober Zerwürfnisse mit dem spanischen Alpine-Mutterkonzern FCC das Handtuch geworfen.

Heimatverbunden

Bei der Besetzung des Chefsessels habe man bewusst einen Österreicher ausgewählt, weil Österreich der Kernmarkt des Konzerns sei. "Da ist es wichtig, dass der CEO im Land gut verankert ist und einen Namen auf dem Markt hat", sagte Konzernsprecher Johannes Gfrerer zur APA. "Das Geschäft in Österreich war immer profitabel." Die Bestellung Schiefers sei daher als "Signal an den Heimmarkt" zu betrachten.

Schiefers Aufgabe bei Alpine wird alles andere als einfach sein: Der Konzern schleppt kolportierte 600 Mio. Euro Schulden mit sich und erwirtschaftete 2012 einen Betriebsverlust von rund 300 Mio. Euro. Erst am vergangenen Sonntag hatten sich die Gläubigerbanken und die Republik, die über Kredithaftungen involviert ist, nach Marathonverhandlungen auf einen 30-prozentigen Schuldennachlass verständigt und so der Alpine eine Atempause verschafft. Ohne die Einigung wäre der Konzern am Montag wahrscheinlich zahlungsunfähig gewesen.

Dieser Schuldennachlass ist aber nur ein Teil des Sanierungspakets, das zum Ziel hat, dass der Konzern 2015 wieder schwarze Zahlen schreiben soll. Die Alpine muss die Ost-Expansion rückgängig machen und wird sich vor allem auf die Kernmärkte Österreich und Deutschland konzentrieren. Die Bauleistung des Konzerns soll bis dahin laut Schultheis von zuletzt 3,5 Mrd. auf 2 Mrd. Euro schrumpfen, die Zahl der Mitarbeiter von 15.000 auf 9.000 bis 10.000 Personen zurückgehen. Zahlen, wie viele der rund 7.500 Mitarbeiter in Österreich betroffen sind, wurden bisher nicht genannt.

Weiterer Teil des Sanierungsplanes ist der Verkauf von Tochtergesellschaften. Bei der Wiener Tochter Hazet Bau sind die Gespräche dem Vernehmen nach am weitesten gediehen; neben dem heimischen Konkurrenten Porr, der bereits Interesse bekundet hat, dürften auch ausländische Unternehmen ein Auge auf Hazet werfen. Bei allen zum Verkauf stehenden Sparten "gibt es großes Interesse aus dem In- und Ausland", heißt es offiziell. Wahrscheinlich ins Ausland gehen dürfte die Alpine Energie, wobei es noch einige Zeit dauern könnte, bis man diese Sparte losgeworden ist. Weiters losgeeist werden muss die Spezialtiefbautochter GPS. Laut Plan sollen die Verkäufe 200 Mio. Euro einbringen, Insider halten dieses Ziel für zu hoch gesteckt.

Zudem erhält Alpine eine weitere Finanzspritze der spanischen Konzern-Mutter FCC: 150 Mio. Euro an Eigenkapital muss FCC insgesamt einschießen - die Hälfte ist schon geflossen, außerdem werden 100 Mio. Euro an Gesellschafterdarlehen in Eigenkapital gewandelt. Nicht betroffen vom Haircut sind die Gläubiger der drei Anleihen, denen die Alpine insgesamt 290 Mio. Euro schuldet.

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Zur Person
Der Oberösterreicher Arnold Schiefer absolvierte das Studium der Betriebswirtschaftslehre in Wien und Innsbruck. Ab dem Jahr 2000 bekleidete er mehrere Funktionen im Infrastrukturministerium in Wien und war zwischendurch Mitglied im Kabinett von Infrastrukturminister Mathias Reichhold. Vor seinem Wechsel zu den ÖBB 2005 war er Sektionsleiter für Verkehr und Infrastruktur und Aufsichtsrat in der Asfinag. Bei den ÖBB übernahm er die Projektleitung für den Bau des Hauptbahnhofs Wien und war Interimsvorstand bei der Brenner Basistunnel SE. Als Vorstandssprecher der ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG begleitete er die Fusionen im Infrastrukturbereich sowie die Neuausrichtung der ÖBB-Infrastruktur AG und wechselte Ende 2010 in den Absatzbereich der ÖBB. Dort war er für die Restrukturierung und den Turnaround von Rail Cargo Hungaria zuständig. Zuletzt war Arnold Schiefer Vorstandsdirektor bei der Rail Cargo Austria AG und Aufsichtsrat beim Grazer Unternehmen Asset One.

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