Alpine Bau – 1800 Mitarbeiter können schon mal aufatmen

Alpine Bau – 1800 Mitarbeiter können schon mal aufatmen

Bei den angestrebten regionalen Auffanglösungen für die Baustellen und Teile der Alpine Bau in den Bundesländern kommen aller Voraussicht nach die oberösterreichische Habau, die ebenfalls oberösterreichische Swietelsky und das Salzburger Bauunternehmen Hinteregger zum Zug.

Der entsprechende Antrag sei nun beim Gläubigerausschuss eingegangen, der sich nun mit der Bewilligung befasse, sagte Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner vom Kreditschutzverband 1870 heute, Donnerstag, Nachmittag zur APA. Mit weiteren Bundesländern werde verhandelt "und auch da erwarten wir kurzfristig weitere Informationen", kündigte der KSV-Experte an.

Vereinbarungen gibt es den Angaben zufolge bereits mit der Habau Hoch- und Tiefbau GmbH mit Sitz in Perg, die von der Alpine den Straßenbau Ost, den Straßenbau Oberösterreich und den Hochbau Oberösterreich mit geschätzten 820 Mitarbeitern übernehmen soll.

Der Linzer Baukonzern Swietelsky Bau Ges.m.b.H soll Baustellen im Bereich Kärnten sowie in Teilen Oberösterreichs und Salzburgs sowie den Bereich Hochbau Ost mit rund 500 Arbeitnehmern übernehmen.

Die Salzburger G. Hinteregger & Söhne Bau GmbH kommt in der Steiermark zum Zug und übernimmt dort etwa 480 Beschäftigte.

Die Pleite der Alpine Bau GmbH betrifft insgesamt 4.905 Mitarbeiter. Inklusive der nicht-insolventen Gesellschaften und Beteiligungen beschäftigt die Alpine-Gruppe in Österreich rund 7.500 Mitarbeiter, international sind es etwa 15.000.

"Das ist schon einmal ein erster guter Schritt und eine beachtliche Leistung des Insolvenzverwalters, das in so kurzer Zeit vorverhandelt zu haben", betonte Kantner. "Nun sind die Bauherrn und Auftraggeber am Zug."

Die Aufteilung von Baustellen und Unternehmensteilen der Alpine Bau befindet sich den Gläubigerschützern zufolge generell in der Zielgeraden . Der Masseverwalter prüft derzeit noch Angebote. Bis morgen dürfte noch mehr Klarheit darüber herrschen, wer welche Baustellen bzw. Teile der Alpine Bau übernimmt. Schon nächste Woche soll überall weitergebaut werden können, so das Ziel des Insolvenzverwalters Stephan Riel.

Holding beantragt ebenfalls Konkurs

Nach der Insolvenz der Alpine Bau GmbH hat unterdessen auch die Alpine Holding GmbH Konkurs angemeldet. Die Geschäftsführung der Holding habe den Aufsichtsrat heute, Donnerstag, darüber informiert, dass die Eröffnung eines Konkursverfahrens beim Handelsgericht Wien beantragt werde. Das teilte Unternehmenssprecher Johannes Gfrerer in einer Aussendung mit.

Der Schuldenstand der Alpine-Dachgesellschaft Alpine Holding besteht laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) einerseits aus den drei Anleihen in Höhe von 290 Mio. Euro. "Weiters hat die Holding Haftungen und Garantien im Rahmen der versuchten Konzernrestrukturierung in Höhe von 400 Mio. Euro für die Alpine Bau GmbH übernommen", sagte Daniela Fradinger-Gobec, AKV-Leiterin für Insolvenzen in Wien/NÖ/Burgenland, Donnerstagabend zur APA.

Wesentliches "Aktivum" der Alpine Holding seien bisher Forderungen an die Alpine Bau in Höhe von 300 Mio. Euro gewesen, sagte die AKV-Fachfrau.

"Eine umfassende Liste der Anleihegläubiger liegt noch nicht vor", so Fradinger-Gobec. Die Quote für die Gläubiger der Holding hänge "massiv an jener der Quote bei der Alpine Bau" und sei noch nicht klar. "Für die Anleihegläubiger gibt es vermutlich nur eine einstellige Quote", sagte Fradinger-Gobec. Die Sanierung sei geplant. Die Holding hat keine Dienstnehmer.

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