"Allein ist Schlecker in Österreich nicht lebensfähig"

"Allein ist Schlecker in Österreich nicht lebensfähig"

Der Insolvenzverwalter der Drogeriemarktkette Schlecker drückt angesichts der drohenden Zahlungsunfähigkeit der Tochter in Österreich bei möglichen Käufern aufs Tempo.

"Die Situation ist schwierig", sagte ein Sprecher von Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Mittwoch. Derzeit würden erste Sondierungsgespräche mit mehreren Interessenten geführt, die die rund 930 Filialen als strategische Investoren weiterführen wollten. Für Finanzinvestoren sei die österreichische Tochter, an der auch die Geschäfte in Luxemburg, Belgien, Polen und Teilen von Italien hängen, uninteressant. "Allein ist Schlecker in Österreich nicht lebensfähig", sagte der Sprecher. Die Tochter schreibe rote Zahlen, die Zahlungsfähigkeit sei nicht mehr allzu lang gesichert, sagte ein Insider.

Bei der bereits insolventen Tochter IhrPlatz drängt die Zeit ebenfalls: Bis Ende Juni soll mit einem der beiden Interessenten ein Vertrag unterschrieben sein, um dem Fortbestand der Filialen zu sichern, stellte der Insolvenzverwalter in Aussicht. Außer mit einem strategischen Investor werde auch erneut mit dem Münchener Finanzinvestor Dubag verhandelt, der ein neues Modell für die Finanzierung der Warenkreditversicherungen vorgelegt habe. Der bereits vertraglich besiegelte Einstieg von Dubag bei IhrPlatz war Anfang Juni am Widerstand des Versicherers Euler Hermes gescheitert, dem größten Gläubiger der Schlecker-Gruppe. Die Lieferanten hätten ihr Entgegenkommen bei den künftigen Einkaufskonditionen für IhrPlatz zugesichert, sagte Geiwitz' Sprecher.

Für die unter dem Label Schlecker XL modernisierten Filialen zeichnet sich hingegen keine Lösung ab. Die vielen Kündigungsschutzklagen der Mitarbeiter machten die Tochter unattraktiv. Die von den Gläubigern und dem Insolvenzverwalter beschlossene Fortführung der Geschäfte steht daher auf tönernen Füßen. Es könne nötig werden, diesen Beschluss bald zu überdenken, verlautete aus Kreisen der Insolvenzverwaltung.

Zuversichtlich äußerte sich der Sprecher des Insolvenzverwalters mit Blick auf Spanien, wo die Schlecker-Geschäfte ebenfalls zum Verkauf stehen. "In Spanien scheint die Sonne hell und es ist warm", sagte er. Die spanische Tochter verfüge über gut 1100 Filialen und sei profitabel. Auch die Geschäfte in Portugal, der Versandhandel mit Medikamenten sowie ein Teil des Italien-Geschäfts würden darüber abgewickelt. Das "manager magazin" hatte am Dienstag berichtet, der geplante Verkauf der iberischen Tochter verlaufe schleppend. Der angepeilte Verkaufspreis von 100 Millionen Euro werde wohl nicht erreicht.

Der Schlecker-Konzern steht bei seinem Lieferanten und Geldgebern mit rund 665 Millionen Euro in der Kreide. Die Forderungsliste soll Mitte Juli geschlossen werden, dann könnten die Gläubiger einen Teil ihrer Forderungen bekommen. In den nach einer Schließungs- und Entlassungswelle im März noch verbliebenen rund 2800 Schlecker-Filialen in Deutschland läuft derzeit der Ausverkauf. Ende Juni werden die Geschäfte dichtgemacht, die noch knapp 14.000 Beschäftigten müssen sich dann neue Arbeitsplätze suchen.

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Wirtschaft

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Politik

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Slideshow
Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich

Wirtschaft

Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich