Agrareinkommen steigen: Zwei Drittel sind Subventionen

Agrareinkommen steigen: Zwei Drittel sind Subventionen

Agrareinkommen sind 2010/2011 um ein Drittel auf 2,6 Milliarden Euro gsteigen, der Großteil kommt aus Subventionen. Bio macht bereits 16 Prozent aus.

Die Agrareinkommen in der österreichischen Landwirtschaft sind 2010 und 2011 um knapp ein Drittel auf 2,6 Mrd. Euro gestiegen; 2010 um 17 Prozent, 2011 um 15 Prozent. Heuer wird sich die positive Entwicklung laut Branchenbericht der Bank Austria Volkswirtschaft aber etwas eintrüben, weil die Erzeugerpreise steigen und die Ernte unterdurchschnittlich ausfiel. 2012 werde das Agrareinkommen also leicht sinken, hieß es in einer Aussendung am Dienstag. Die Umsätze mit Biowaren im Handel kletterten 2012 auf 1,2 Mrd. Euro.

Laut Branchenbericht werden zwei Drittel der landwirtschaftlichen Einkommen in Österreich aus Subventionen gespeist, die letztendlich auch Entgelt für die nicht über den Markt regulierten Leistungen des Sektors wie den Erhalt ländlicher Strukturen seien. 2011 wurden demnach 1,6 Mrd. Euro ausgeschüttet, wovon 1,3 Mrd. Euro aus EU-Töpfen stammten - was 2,3 Prozent des EU-Agrarbudgets entsprach. Österreich erhält laut Bank-Austria-Ökonom Günter Wolf "einen überdurchschnittlich hohen Anteil am Agrarbudget".

Geplante Änderungen - sprich Kürzungen - im Agrarbudget der EU in der kommenden Periode von 2014 bis 2020 "werden das System nicht grundsätzlich verändern", so Wolf. "Zwar wird der Subventionsanteil am Agrareinkommen weiter sinken, die Verluste werden aber moderat bleiben, da das EU-Agrarbudget voraussichtlich nominell wenig gekürzt wird." Aber bereits in den vergangenen zehn Jahren sei der Subventionsanteil von im Schnitt 75 Prozent auf 62 Prozent gesunken. Diese Einbußen an Förderungen sind in den vergangenen Jahren durch steigende Erzeugerpreise in vielen Segmenten ausgeglichen worden.

Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten "Made in Austria" sei durch eine steigende Zahl an Konsumenten abgesichert. Insgesamt seien die Perspektiven für die heimischen Bauern "erfreulich". Die Produkte sind konkurrenzfähig.

Bio machte in Österreich zuletzt bereits 16 Prozent an der gesamten heimischen Landwirtschaft aus, eine Umstellung biete "noch immer eine langfristig Erfolg versprechende Alternative". Die Nachfrage ist offenbar ungebremst: 2011 stiegen die Umsätze um acht Prozent auf 1,2 Mrd. Euro. Pro Kopf geben die Österreicher jährlich 118 Euro für Produkte aus biologischem Anbau aus. Insgesamt werden von den heimischen Haushalten jährlich 14 Mrd. Euro für Nahrungsmittel ausgegeben.

Indirekt wird von deutlich gestiegenen Weltmarktpreisen profitiert, analysiert die Bank Austria. Dennoch lägen manche Erzeugerpreise in wichtigen Segmenten unter dem Niveau Mitte der 1990er Jahre - beispielsweise Schlachtschweine um 5 Prozent unter 1994. Weizen ist - trotz der heurigen Minderernte - je nach Qualität zumindest um 25 Prozent billiger, als in den 90ern. Rindfleisch erreiche heuer erstmals wieder das Niveau von vor dem EU-Beitritt. Die Milchpreise sind nach dem sehr guten Jahr 2011 heuer von April bis September um 13 Prozent gefallen.

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