Ältere arbeiten gratis

Ältere arbeiten gratis

Das Angebot ist mehr als attraktiv: Bekommen Frauen ab 58 und Männer ab 61 Jahren nach einem halben Jahr Arbeitslosigkeit einen neuen Job, übernimmt das Arbeitsmarktservice in den ersten drei Monaten 100 Prozent der Lohn- und Lohnnebenkosten, für weitere drei Monate gibt es einen Zuschuss von 25 Prozent.

Maximal 20.000 Euro werden pro Älteren ausgeschüttet. Fristen, dass der so angestellte Arbeitnehmer länger beschäftigt werden muss, existieren nicht. "Das ist die höchste Förderung im betrieblichem Kontext, die es je gab“, sagt die Chefin des AMS-Wien, Petra Draxl.

Doch die Nachfrage nach der Gratisarbeit von Älteren ist - wie FORMAT aus dem AMS bestätigt wurde - noch sehr mau. Offiziell wird das eleganter formuliert: Die Förderungen seien im Vorjahr nicht so abgeholt worden, wie sie zur Verfügung gestellt wurden. Heuer wolle man Unternehmen noch gezielter ansprechen. Dabei gibt es auch "Eingliederungshilfe“ für die ein wenig Jüngeren: Bei Männern ab 50 Jahren fließen im ersten Monat 100 Prozent Förderung, bei Frauen ab 50 Jahren zwei Monate lang. Das Geld stammt aus einem auf drei Jahre angelegten und insgesamt 370 Millionen Euro umfassenden Programm der Bundesregierung, mit dem die Arbeitslosigkeit der Ü50 bekämpft werden soll.

Denn aufgrund der verschärften Frühpensionsregelungen wird diese Gruppe immer größer: Die Zahl der Älteren ohne Job erhöhte sich binnen eines Jahres um 22 Prozent. Mittlerweile suchen in ganz Österreich rund 75.000 Personen über 50 Jahre beim AMS eine neue Stelle. Angestellt von den Unternehmen werden hingegen lieber jüngere. Ziel ist nun, dass pro Jahr 20.000 Ältere einen geförderten Job erhalten.

Junge zeigen Älteren Lieblings-Apps

Um es Älteren am Arbeitsmarkt leichter zu machen, fordert die Arbeiterkammer die rasche Einführung eines Bonus-Malus-Systems: Kündigt ein Unternehmen ältere Mitarbeiter, muss es dann mit Strafzahlungen rechnen, für die Beschäftigung Älterer gibt es hingegen einen Bonus in der Sozialversicherung. Auf diese Idee hat sich die Regierung festgelegt und will sie 2017 einführen. Zuvor soll der Bonus allein umsetzt werden, aber auch in diesem Punkt gab es zuletzt Unstimmigkeiten. Auch das Senioritätsprinzip erschwert die Anstellung älterer Mitarbeiter. Bei der Beschäftigtenquote Älterer liegt Österreich unter dem EU-Durchschnitt. Um das zu ändern, braucht es auch eine Änderung der Einstellung, einen Abbau von Vorurteilen wie etwa dem, dass Ältere weniger flexibel wären.

Einige Unternehmen haben mittlerweile eigene Programme zum Thema Altersdiversität gestartet, durch die die Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt verbessert werden soll. Verschiedene Projekte wurde kürzlich in Wien bei einer Veranstaltung der Arbeiterkammer bei IBM vorgestellt: So gibt es bei der Erste Group eigene Workshops, bei denen junge Beschäftigte älteren Führungskräften erklären, wie sie das Internet und Social Media nutzen und welche Apps ihnen am liebsten sind. Diskutiert wurde auch über die Initiative Vollpension, die Begegnungszonen für Alt und Jung organisieren.

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Wirtschaft

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Politik

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Slideshow
Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich

Wirtschaft

Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich

Sonntagsöffnung: Mehrheit der Wiener Unternehmer sagt Ja

Wirtschaft

Sonntagsöffnung: Mehrheit der Wiener Unternehmer sagt Ja