Österreich freut sich über billiges Geld

Bei der Aufstockung einer zehnjährigen Bundesanleihe um 1,1 Mrd. Euro sank die von den Primärhändlern akzeptierte durchschnittliche Rendite gegenüber der Erstbegebung im Jänner um über 50 Basispunkte auf 2,89 Prozent.

Gleichzeitig schrumpfte der Zinsabstand gegenüber Deutschland von 150 auf etwa 100 Basispunkte. "Der Markt schwankt sehr stark. Das zeigt aber auch, dass sich die Märkte generell beruhigt haben", sagte die Chefin der Bundesfinanzagentur ÖBFA, Martha Oberndorfer, zur APA.

Konkret wurden in einem Auktionsverfahren über die Kapitalmärkte 1,0 Mrd. Euro aufgenommen, weitere 100 Mio. Euro behielt sich der Bund wie üblich als eigenen Handelsanteil. Aufgestockt wurde die 3,40-Prozent-Bundesanleihe 2012-2022, deren Gesamtvolumen sich nunmehr auf 4,1 Mrd. Euro erhöht hat. Im Jänner musste der Staat für 3,0 Mrd. Euro Emissionsvolumen noch 3,434 Prozent Zinsen zahlen. Die heutige Emission war um das 2,2-fache überzeichnet, was laut Oberndorfer dem Durchschnitt entspreche. 94 Prozent der Emission wurde von ausländischen Banken gezeichnet. Am Sekundärmarkt rentieren österreichische zehnjährige Papiere aktuell bei 2,86 Prozent.

Auch Finanzministerin Maria Fekter (V) zeigte sich erfreut über die jüngsten Entwicklungen an den Rentenmärkten: "Heute sind das erste Mal die Spreads zu Deutschland auf unter 100 Punkte gesunken. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Bonität und wie sie derzeit bewertet wird", sagte Fekter am Montagabend.

Lange Laufzeiten sind sehr gefragt

Die Nachfrage im zehnjährigen Anleihensegment sei derzeit sehr gut, davon könnten gute Schuldner wie Österreich profitieren, so Oberndorfer. Dieses Marktsegment sei im Moment sehr positiv für Österreich. Auch bei den Banken habe sich die Lage nach der jüngsten EZB-Geldspritze entspannt. Beruhigend auf den Markt hätten sich auch die Entwicklungen in der europäischen Staatsschuldenkrise ausgewirkt. "Es ist viel weiter gegangen, das hat neue Zuversicht und neues Vertrauen gebracht", sagte Oberndorfer.

Mit dieser Auktion habe die ÖBFA ein Drittel ihres Programmes für 2012 erledigt, sagte Oberndorfer. Um ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können, muss die Republik Österreich wie berichtet heuer um mindestens 30 Prozent mehr Geld aufnehmen als im Vorjahr. Für 2012 ist die Aufnahme von 27 bis 30 Mrd. Euro geplant, wovon 20 bis 24 Mrd. Euro auf neue Bundesanleihen entfallen sollen. 7,6 Mrd. Euro sind davon bereits emittiert worden.

APA

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