OECD: Finanzkrise hat mehr als 13 Millionen Jobs vernichtet

In den Industrieländern sind nach Angaben der OECD seit Ausbruch der Finanzkrise 2007 mehr als 13 Mio. Arbeitsplätze vernichtet worden. "OECD-weit waren damit im Juni dieses Jahres mehr als 44 Mio. Menschen arbeitslos, viele von ihnen bereits seit mehr als zwölf Monaten", teilte die 34 Mitgliedstaaten zählende Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Montag mit.

In Österreich ist die Arbeitslosenrate durch die Krise nur leicht gestiegen, geht aus den jüngsten von der OECD präsentierten Zahlen hervor. Demnach lag sie im ersten Quartal 2006 bei 3,5 Prozent und im Jahr 2007 bei 4,5 Prozent. Nach einem krisenbedingten Anstieg betrug die Arbeitslosigkeit im Jahr 2010 wieder 4,5 Prozent.

Die Entwicklung der einzelnen Gruppen am Arbeitsmarkt ist hingegen unterschiedlich verlaufen. Bei Männern stieg die Arbeitslosigkeit von 4,0 Prozent im Jahr 2007 auf 4,6 Prozent im Jahr 2010. Bei Frauen ist sie von 5,1 Prozent auf 4,3 Prozent gesunken. Die Jugendarbeitslosigkeit der bis 24-Jährigen ist im Vergleich vor und nach der Krise in Österreich nur leicht gestiegen, und zwar von 8,7 auf 8,8 Prozent.

Nur in Deutschland und Chile gebe es heute eine niedrigere Arbeitslosenquote als vor Krisenbeginn. "Hatte sich die Situation im Jahr 2010 in vielen Regionen etwas entspannt, so macht das jüngst wieder gedrosselte Wirtschaftswachstum die kurzzeitigen Gewinne zunichte", hieß es.

Auch faire und hochwertige Jobs seien insbesondere für junge Arbeitnehmer seltener geworden. "Mehr und mehr Menschen erhalten nur noch befristete Verträge, die - anders als früher üblich - in eine Sackgasse führen statt als Sprungbrett für eine dauerhafte Beschäftigung zu dienen", beklagte die OECD. Problematisch sei zudem die hohe Langzeitarbeitslosigkeit. Sie habe sich seit 2007 in einigen Ländern verdoppelt, in den USA sogar verdreifacht.

- APA

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