OECD-Aufschwung stärker als erwartet

Der Wirtschaftsaufschwung hat zum Jahresauftakt an Dynamik gewonnen: Die konjunkturelle Entwicklung in den G-7-Ländern ohne Japan ist im ersten Quartal 2011 besser als erwartet verlaufen, so die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Für Japan sei wegen der noch unabschätzbaren Folgen der Erdbeben-und Tsunami-Katastrophe derzeit keine Wirtschaftsprognose möglich, heißt es in einem am Dienstag in Paris veröffentlichten OECD-Zwischenbericht.

Für das erste Quartal 2011 sieht die OECD in den G-7-Staaten ohne Japan einen Wirtschaftszuwachs von 3,2 Prozent, in den drei Euro-Staaten (Deutschland, Italien und Frankreich) ein Plus von 3,0 Prozent. Im zweiten Quartal 2011 soll die Wirtschaft laut OECD-Prognose dann um 2,9 Prozent, in den drei Euro-Staaten um 2,2 Prozent wachsen.

Der Wirtschaftsaufschwung werde wahrscheinlich ohne äußere Hilfen weitergehen, erwarten die Ökonomen. In den meisten OECD-Ländern bleiben die öffentlichen Finanzen weiter unter Druck. Daher müsse es von vorrangiger Bedeutung sein, dass die Budgets konsolidiert werden und "glaubwürdige und wachstumsfreundliche" mittelfristige Pläne in Kraft gesetzt werden, um die Staatsfinanzen zu konsolidieren.

Neben der derzeit unabschätzbaren Lage in Japan sieht die OECD weitere Risiken für die Konjunktur: Infolge der Instabilität im Nahen Osten und in Nordafrika könnten die Ölpreise weiter steigen und den Aufschwung dämpfen. Weitere Risiken bestünden an den Rändern der Euro-Zone angesichts hoher Staatsschulden. Außerdem schwächelten die Immobilienmärkte in einigen Ländern weiter, die Banken könnten durch hohe Exposures noch einiges auszustehen haben.

Die Stärken des Aufschwungs zeigen sich in den "sehr gesunden" Bilanzen in der Realwirtschaft, so die Organisation mit Sitz in Paris. Privatinvestitionen könnten den Aufschwung weiter beflügeln. Die Arbeitslosigkeit sei in vielen Ländern immer noch hoch, im OECD-Schnitt liege die Arbeitslosenrate mehr als zwei Prozentpunkte über dem Niveau zu Krisenbeginn.

- APA

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